Schloss Vaduz: ist das Wahrzeichen Liechtensteins und Sitz der Fürstenfamilie. Es ist nicht für die Öffentlichkeit geöffnet.
Früher nagelten die alemannisch sprechenden Bauern und Viehzüchter von Vaduz rote Holzfiguren an die Stalltüren, als Dank für einen glück-lichen Almauftrieb. Heute hängen sie Schilder an die blumenumrankten Fassaden ihrer schmucken Häuser, die sie als Repräsentanten einer oder mehr ausländischer Firmen ausweisen.
Liechtenstein verdankt seinen Wohlstand 10000 sogenannten "Sitzge-sellschaften". Ausländer sind herzlich eingeladen, in Vaduz Kapitalgesell-schaften zu gründen. Außer Geld brauchen sie dazu nur noch einen Liechtenster Bürger, der im Handelsregister als Repräsentant eingetragen wird. Dazu muß man nicht Jura studiert haben. Eine Bäcker- oder Schnei-derlehre tut es auch.Solche Repräsentanten haben nicht viel mehr zu tun, als regelmäßig die Briefkästen zu leeren und fingierte Rechnungen zu unterschreiben. Die Exporteure verkaufen ihre Waren billig nach Liechtenstein. Von Vaduz aus werden sie um etliches teurer weiterverkauft - zum Schaden der benach-barten Finanzbehörden.
Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts war das Schloss Vaduz Sitz der Grafen von Vaduz. 1719 wurden die Grafschaft Vaduz und die Herrschaft Schellenberg unter dem Namen Liechtenstein zum reichsunmittelbaren Fürstentum. 1723 erhielt es Sitz und Stimme im Reichstag. 1932 wurde Vaduz vom Fürsten als erster Liechtensteiner Gemeinde ein Wappen verliehen, das 1978 durch das jetzige ersetzt wurde.
Dem Fürsten und seiner vielköpfigen Familie sind solche Einnahmequellen nach ungeschriebenen Gesetzen verwehrt. Gut gebrauchen könnte er sie. Er muß allein 2000 Verwandte unterstützen. Wenn der Fürst nicht mehr aus noch ein weiß, greift er auf die weltberühmte Vaduzer Gemäl-degalerie zurück, 1500 herrliche Gemälde, die seine Vorfahren mit Liebe und Sachverstand zusammengetragen. Am nächsten Tag erfahren die Liechtensteiner dann empört aus der Zeitung, daß ein Leonardo da Vinci in die Staaten, ein Frans Hals nach München wandern mußte, um die fürstliche Privatschatulle zu füllen.