Prag - die goldene Stadt
Nun sind wir also in Prag angelangt.Links der Zug bei der Einfahrt in den Prager Bahnhof - etwas später die Reisegruppe zusammen vor dem Bus, der uns ins Hotel bringen soll. Während der Fahrt durch Prag meinte der Reiseführer: "Ok,meine Damen und Herren, das Gold unserer schönen Stadt ist ein wenig verblasst, doch noch immer ist Prag eine der schönsten Städte der Welt. Im Prag von einst mit seinen goldenen Dächern war und ist auch heute noch der Wenzels-
platz eine muntere Flanierstrasse, auf der unsere hübschen Pragerinnen (in der Tat, ich lernte eine davon kennen *g*) die neueste Mode ausführen. Im roten Prag wurde er zum tschechi-
schen Unabhängigkeitssymbol."
Links: Unser Hotel, vor welchem sich noch einige Touristen aufhielten, bevor sie ihre Zimmer aufsuchten. - Rechts: Der erste Tag in Prag der von uns zur freien Verfügung stand. Ich machte einen Bummel durch die Fussgängerzone (rechts mit gelber Krawatte) und machte gleichzeitig, wie oben schon erwähnt, Bekanntschaft mit einer Prager Lady, die tatsächlich und wie es unser Reiseführer im Bus gesagt hatte, die neueste Mode trug. Sie sprach sehr gebildet und fast ein akzentfreies Deutsch und wir kamen uns in den 3 Tagen ziemlich nahe. Nein, nein, *g*, nicht was da wieder einige denken...Es war ein rein freundschaftliches Verhältnis. Für 3 Tage war sie meine ständige Begleiterin, die mir alles über Prag zu erzählen wusste und mich überall hin-
führte. Ich war also für meine Reisegesellschaft für drei Tage nicht mehr zu sehen. *lach*
Links: Die Karlsbrücke. In Begleitung meine neue Bekanntschaft *lach* - Rechts: Der Alt -
städter Brückenturm, der schönste Turm der Stadt, aber er erblasste in Anwesenheit meiner hübschen Pragerin;-)
Prags Klima wurde stets davon bestimmt, welcher Wind die Wetterfahnen des Hradschin dreh-
te. Die allesbeherrschende Burg von Prag ist keins der üblichen Raubvogelnester, sondern eine Stadt für sich. Im Mittelalter suchten die Alchimisten im Schatten des St.- Veits-Doms nach der chemischen Formel für Gold und dem Stein der Weisen. Jetzt sind Burg und Dom nationales Museum, bevölkert von tuschelnden Schulkindern, Landfrauen und Werktätigen. Unter den Kreuzen der Kathedrale flattert die weiße Fahne des Präsidenten der Republik. Hin und wieder überzeugt sich Bürger Schwejk, aus welcher Windrichtung sie flattert. Zum Hradschin führt die von lauter Heiligen, Kündern und Zeugen des Glaubens gesäumte Karlsbrücke, die das Herz jedes Tschechen höher schlagen läßt. Unten rauscht wie in alten Zeiten die von Smetana be-
sungene Moldau. Sie durchfließt eine Stadt, die jederzeit Kulisse für einen Historienfilm sein könnte. Vom Ausbruch der Neuzeit ist in Prag nicht viel zu spüren. Wie im Film reihen sich hier immer noch Kirchen, Paläste und Klöster aneinander. Um alles zu sehen, braucht man Wochen. Um alles zu verstehen, was und warum es sich hier abspielte, kommt man mit Jahren nicht aus.