 
Mit
seinem Sieg über die vereinten Preussen und Russen in der Doppelschlacht
von Jena und Auerstedt im Oktober 1806 hatte Napoleon endgültig die
uneingeschränkte Vorherrschaft in Mitteleuropa gewonnen. Nach einem
weiteren Sieg über die russische Armee bei Friedland im Juni 1807
gewann er Zar Alexander I. als Verbündeten. Im Frieden von Tilsit
vom Juli 1807 verlor Preussen einen erheblichen Teil seines Territoriums,
das nun den von Napoleon nach dem Friedensschluss von Tilsit neu errichteten
französischen Vasallenstaaten, dem Königreich Westfalen und dem
Herzogtum Warschau, zugeschlagen wurde; in Westfalen setzte Napoleon seinen
Bruder Jérôme als König ein. Ausserdem besetzte Napoleon
Preussen.
Unterdessen hatte
Napoleon eine Blockade gegen den Export britischer Waren in das restliche
Europa, die so genannte Kontinentalsperre, errichtet, die allerdings wenig
Wirksamkeit zeigte. Erfolgreicher verliefen Napoleons Unternehmungen auf
der Iberischen Halbinsel: 1807 geriet Portugal, 1808 Spanien unter französische
Herrschaft. Joseph Bonaparte erhielt den spanischen Königsthron, Neapel
wurde Napoleons Schwager Joachim Murat zugesprochen. Die neue Größe
des Reiches verdeutlichte auch ihre Unbeherrschbarkeit und 1808 trat Spanien
dem Befreiungskrieg bei.
Napoleon
bricht Richtung Spanien auf.
Zunächst
kapitulierte Madrid - doch dann setzte sich der Freiheitswille
der stolzen Spanier
durch. Napoleon musste sich aus Spanien zurückziehen.
1813 wurden die
französichen Truppen endgültig aus Spanien verdrängt.
Der
Krieg in Spanien kostete Frankreich indessen 300 000 Menschenleben, verursachte
enorme Kosten und trug letztlich zur Schwächung der napoleonischen
Herrschaft bei. Napoleon konnte in Spanien die französische Herrschaft
nie ganz durchsetzen, und 1813 wurden die französichen Truppen endgültig
aus Spanien verdrängt.
1809
schlug Napoleon die Österreicher erneut bei Wagram und zwang sie zum
Frieden von Schönbrunn, in dem Österreich weitere Gebiete an
Frankreich abgeben musste. Napoleon liess sich ausserdem von Joséphine
scheiden und vermählte sich 1810 mit der Habsburgerin Marie Louise,
der Tochter des österreichischen Kaisers Franz I. In diese Verbindung
mit einem der ältesten und mächtigsten Herrscherhäuser Europas
setzte Napoleon grosse Hoffnungen hinsichtlich einer neuen europäischen
Herrscherdynastie, die sich allerdings nicht erfüllen sollten; ausserdem
glaubte er, durch diese Ehe Österreich in der Zukunft von antinapoleonischen
Koalitionen fernhalten zu können.
1809
Aufmarsch der Österreicher bei Wagram.
Napoleon
schlug die Österreicher erneut und zwang sie zum Frieden.
Napoleon
trifft in Schloss Schönbrunn in Wien ein.
Kaiser
Franz I. unterzeichnet den Friedensvertrag von Schönbrunn.
Pompöser
Einzug Napoelons mit Kaiserin Marie Luise Tuilerien.
1810
annektierte Napoleon Bremen, Lübeck und weitere Teile Norddeutschlands
sowie – nach der erzwungenen Abdankung Louis Bonapartes – das gesamte Königreich
Holland, womit sein Imperium seine grösste Ausdehnung erfuhr.In fast
allen Gebieten, die unter napoleonischer Herrschaft standen, wurde die
Staatsverfassung geändert und der Code Napoléon als Zivilrecht
eingeführt. Das bedeutete für grosse Teile der betroffenen Bevölkerung
erstmals eine Garantie bürgerlicher Rechte. Auch in Deutschland wurden
die Reformen von demokratisch gesinnten Kräften vielerorts begrüsst,
andererseits befürworteten diese Kreise zugleich einen deutschen Nationalstaat,
was sie wiederum in Gegensatz zu Napoleon brachte. Im Rahmen eines romantisierten
Patriotismus sollten sie eine wichtige Rolle in den Befreiungskriegen spielen.
Insgesamt wuchs der Widerstand gegen die französische Fremdherrschaft
in ganz Europa, wurde aber zunächst noch in Schach gehalten (z. B.
Andreas Hofer in Tirol).
1812 war das Jahr
der Wende in Napoleons politischem und militärischem Schicksal. Entscheidend
war Napoleons Feldzug nach Russland. Nachdem es u. a. über die Kontinentalsperre
mit Alexander I. zum Bruch gekommen war, marschierte Napoleon mit seiner
Grande Armée in Russland ein und führte sie bis vor die Tore
Moskaus. Der Brand der Stadt, von den Einwohnern selbst gelegt, wurde zum
Fanal für den Niedergang des Feldherrn und Kaisers.
Der
Brand Moskaus, von den Einwohnern selbst gelegt,
wurde zum Fanal
für den Niedergang des Feldherrn und Kaisers.
Russlandfeldzug
Napoleons 1812.
Rückzug
Napoleons über die Beresina.
Die völlige
Erschöpfung der Ressourcen durch die häufigen Kriege, rigorose
Steuerpolitik und Polizeiherrschaft hatten Napoleon längst bei der
französischen Bevölkerung in Misskredit gebracht. Der sieglose
und verlustreiche Rückzug seiner Truppen im russischen Winter brachte
sie weiter gegen ihn auf und rief die europäischen Herrscher gegen
Napoleon auf den Plan. Als Erste verbündeten sich Preussen und Russland.
Österreich, England, Schweden und Bayern schlossen sich an. Dieser
Übermacht erlag das napoleonische Heer schliesslich trotz heftiger
Gegenwehr in der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813.
Völkerschlacht
bei Leipzig im Oktober 1813.
Einzug
deutscher Truppen in Paris 1814.
Anfang
1814 zogen die Verbündeten unter der Führung des preussischen
Generals Blücher in Paris ein.
Napoleons Offiziere
verweigerten die weitere Gefolgschaft, am 2. April 1814 setzte der Senat
den Kaiser ab, und nachdem die Verbündeten auch einen Rücktritt
zugunsten seines Sohnes abgelehnt hatten, dankte Napoleon am 6. April 1814
ab. Er erhielt die Mittelmeerinsel Elba als souveränen Besitz und
durfte seinen Kaisertitel behalten. Seine Ehegattin Marie Louise und ihr
gemeinsamer Sohn wurden von seinem Schwiegervater, Kaiser Franz I. von
Österreich, in Gewahrsam genommen. Napoleon sah die beiden niemals
wieder.
Napoleon selbst
kehrte im März 1815 nach dramatischer Flucht noch einmal nach Paris
zurück, für die „Herrschaft der Hundert Tage". Es gelang ihm
zwar, durch das Versprechen einer neuen, demokratischeren Verfassung, erneut
die Veteranen der alten Feldzüge um sich zu sammeln, seine Friedensinitiative
bei den Verbündeten schlug hingegen fehl.

Die
vereinten preussischen und englischen Streitkräfte unter Führung
von Wellington und Blücher bereiteten den napoleonischen Truppen in
der Schlacht von Waterloo am 18. Juni 1815 eine vernichtende Niederlage.
Napoleon
wurde auf die winzige englische Insel Sankt Helena im Südatlantik
verbannt, wo er am 5. Mai 1821 an Magenkrebs starb. Seine Gebeine wurden
1840 in den Pariser Invalidendom überführt.
Seine
Gebeine wurden 1840 in den Pariser Invalidendom überführt.
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