 
Napoleon
Bonaparte gehört zweifellos zu den umstrittensten Persönlichkeiten
der europäischen Geschichte. Einerseits setzte er beinahe ganz Europa
in Brand, während er gleichzeitig Entscheidendes zur Modernisierung
der europäischen Staaten beitrug. Andererseits beendete er die Französische
Revolution und kehrte zur monarchistischen Staatsform zurück, während
er gleichzeitig einigen Ideen der Revolutionäre zum Durchbruch verhalf.
Widersprüche zuhauf also, oder doch nicht? Eines steht fest: ohne
die sich überstürzenden Ereignisse der 1790er Jahre wäre
eine Karriere à la napoléon kaum denkbar gewesen.
Napoleons
Denkmal in Ajaccio - Korsika
Napoleon
wurde am 15. August 1769 in Ajaccio auf Korsika als Sohn eines einflussreichen
Landadligen geboren. Von 1779 bis 1785 besuchte er die Militärschulen
von Brienne und Paris und trat im Oktober 1785 als Leutnant in die Artillerie
ein. Eigentliches Ziel Bonapartes war es, eine politische Schlüsselstellung
auf seiner Heimatinsel Korsika zu erlangen, was ihm jedoch aufgrund seiner
adeligen, italienischen Herkunft verunmöglicht wurde.
Französische
Revolution (1789-1799)
(Die
Kriege gegen die Pfalz, die österreichischen Niederlande und die Generalstaaten
(Niederlande) sowie der Siebenjährige Krieg (Frankreich kämpfte
im Bündnis mit dem deutsch-römischen Kaiser und dem Zar gegen
Preußen und Großbritannien) führten im 18. Jahrhundert
zum wirtschaftlichen Niedergang Frankreichs und zum Verlust fast aller
Kolonien in Amerika und Indien. Frankreich unterstützte dann im Gegenzug
auch die amerikanischen Kolonisten im Kampf gegen die Briten.
Unter
Ludwig XVI. Staatsbankrott und als letzter Ausweg die Einberufung der seit
1615 nicht mehr einberufenen Generalstände (1789). Der Dritte Stand
erklärt sich zur arbeitsfähigen Teilversammlung der Generalstände
und konstituiert sich zur Nationalversammlung. Nachdem ein Auflösungsbefehl
gegen sie ergeht, kommt es zum sogenannten Schwur im Ballhaus (20. Juni
1789), hier wird die Legitimität der monarchischen Herrschaft in Frage
gestellt.
Der
Pariser Volksaufstand (Sturm der Bastille, 14. Juli) zwingt Ludwig XVI.
die Nationalversammlung als Souverän Frankreichs zu bestätigen.
Die Feudalrechte und u.a. Privilegien werden annulliert, die Kirchengüter
eingezogen. Am 26. August 1789 werden die Menschen- und Bürgerrechte
(stark auf das Besitzbürgertum orientiert:"Freiheit, Sicherheit, Eigentum..")
verkündet, damit wird das gesamte aristokratische Europa herausgefordert.
Im Oktober kommt es zur Entmündigung der Krone und dem Zwangsaufenthalt
der königlichen Familie in Paris.
Die
versuchte Flucht der königlichen Familie 1791 ist der Wendepunkt,
1792 Ausrufung der Republik. Kriegserklärungen an Österreich
(offiziell nur dem König von Böhmen und Ungarn, Österreich
ist nur Erzherzogtum ), damit dem Kaiser des Römisch-Deutschen Reiches
und folglich auch Preußen. Sturm auf die Tuilerien, Inhaftierung
der königlichen Familie sind die Folgen. 1793 Hinrichtung des Königs
und der Königin, daraufhin Schreckensherrschaft der Jakobiner (eine
neue egalitäre demokratische Verfassung tritt nie in Kraft) bis zur
Hinrichtung Robespierres 1794. Die herrschende Klasse ist nun wieder wie
1789-91 die Großbourgeoisie. 1795 Direktorium mit liberaler Verfassung.
Die Regierung beendet zwar die Koalitionskriege, muss aber den Staatsbankrott
erklären und zur Diktatur zurückkehren. 1799 wird das Direktorium
von Napoleon, einem General aus Korsika, durch einen Staatsstreich gestürzt.
Napoleon als Erster Konsul erklärt die Revolution für beendet.)
  
Für
Frankreich war der Siebenjährige Krieg ein absolutes Desaster
und kann durchaus
als ein wesentlicher Wegbereiter der Revolution
von 1789 gesehen
werden.

Hinrichtung
Ludwigs XVI. und Marie Antoinette 1793
Im
Zuge der Revolution avancierte er 1791 zum Oberstleutnant der Korsischen
Nationalgarde. 1793 brach der französisch erzogene Napoleon mit der
korsischen Unabhängigkeitsbewegung unter Pasquale Paoli und übersiedelte
mit seiner Familie auf das französische Festland. Dort wurde er, nun
im Rang eines Hauptmanns, der Belagerungsarmee vor Toulon zugeteilt, das
sich mit Unterstützung der englischen Flotte gegen die Republik gestellt
hatte. Durch einen gewagten Plan des jungen Offiziers glückte die
Rückeroberung des Marinestützpunktes. Dieser Erfolg brachte ihm
im Alter von 24 Jahren die Beförderung zum Brigadegeneral ein und
bildete den Auftakt einer beispiellosen militärischen Karriere.
Am
13. Vendémiaire (5. Oktober) 1795 schlägt er an der Seite von
Barras (1755-1829) einen royalistischen Putsch nieder. Letzterer vermittelt
ihm die erste Ehe mit Joséphine Beauharnais (1763-1814), die den
korsischen Offizier in die Kreise der Direktoriums-Gesellschaft (1795-1799)
einführt.
Napoleon
lernt Joséphine Beauharnais kennen,
die ihn
in die Kreise der Direktoriums-Gesellschaft (1795-1799) einführt.
Die
französische Regierung wurde auf ihn aufmerksam und ernannte ihn zum
Brigadegeneral. 1796 erhielt er das Oberkommando der französischen
Truppen in Italien, die er im Krieg gegen Österreich zu einem spektakulären
Sieg führte.
Schlacht
gegen Österreich 1796
In
Campoformio schloss er 1797 eigenständig Frieden mit Österreich,
um gemeinsam gegen England Krieg zu führen. 1799 unterlagen jedoch
seine Truppen in der Seeschlacht von Abukir in Ägypten.
Seeschlacht
in Abikur 1799
Am
9. November 1799 erfolgte Napoleons Sturm auf das regierende Direktorium
(Regierungssturz). Als neue Regierung Frankreichs trat nun ein dreiköpfiges
diktatorisches Kollegium von "Konsuln", 1801 wurde Napoleon erster Konsul
auf Lebenszeit.
Napoleons
Sturm auf das regierende Direktorium. (Regierungssturz).
1801
wurde Napoleon erster Konsul auf Lebenszeit.
(Niemand
hätte es je gewagt vor Ihrer späteren Majestät Napoleon
I.
so lässig
zu stehen. Bei mir machte Napoleon eine Ausnahme *g*,
nach seiner
Wahl zum ersten Konsul auf Lebenszeit).
Innenpolitisch
bemühte sich Napoleon um die Stabilisierung und Konsolidierung Frankreichs.
Weiter setzte er mit dem "Code Civil" auf die Reformierung des Schul- und
Rechtswesens. Außenpolitisch schloss er offiziell 1801 in Lunéville
mit Österreich und 1802 in Amiens mit England Frieden.
Ebenso ging aus
dieser Politik die Einführung des erblichen Kaisertums hervor. Am
2. Dezember 1804 wurde Napoleon Bonaparte imperialistischer Kaiser des
"Imperium Romanum" und "Kaiser der Franzosen".
Napoleon
lässt Josephine zur Krönung feierlich abholen.
Am
2. Dezember 1804 wurde Napoleon Bonaparte "Kaiser der Franzosen".
1805
besiegte Napoleon österreichische und russische Truppen in Austerlitz
und 1806 preußische Truppen in Jena und Auerstedt. Nach weiteren
Siegen gegen Österreich und einem Übereinkommen mit dem russischen
Zaren 1807, regierte Napoleon gesamt Westeuropa.
1805:Sieg
in Austerlitz gegen Österreich
Napoleon
trifft ein Übereinkommen mit dem russischen Zaren 1807
Die
neue Größe des Reiches verdeutlichte auch ihre Unbeherrschbarkeit
und 1808 trat Spanien dem Befreiungskrieg bei.
    
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