Willkommen in Kuweit City.
Seit der Unabhängigkeit im Jahre 1961 ist das Land eine konstitutionelle Monar-
chie, aber das Parlament konnte die von der Herrscherfamilie bestimmte Regier-
ungspolitik nicht entscheidend beeinflussen. Im August 1990 besetzten irakische Truppen Kuwait. Die Souveränität wurde außer Kraft gesetzt, die Herrscherfa-
milie floh ins Ausland.
Links: Das Sheraton Hotel - unser Zuhause für die nächsten paar Tage. Rechts: Auf dem Weg in die City. Bild unten: Unser Hotelzimmer.
Ausländische Arbeitnehmer verließen, soweit möglich, das Land. Der irakische Machthaber Saddam Hussein begann mit der organisierten Plünderung Kuwaits, um die irakische Wirtschaftsmisere zu überbrücken. Die gesamte Weltöffent-
lichkeit verurteilte die Annekion Kuwaits und reagierte mit Wirtschaftssank-
tionen, Blockade und dem Aufmarsch von Truppen, die das Land unter dem Oberkommando der USA schließlich 1991 von den irakischen Besatzern befrei-
ten.
Wir liessen und das Frühstück auf's Zimmer bringen, da wir einfach zu bequem waren uns in den Frühstücksraum zu begeben. Bild rechts: Und wenn alles noch so lecker aussah - wir waren gesättigt bis oben hin.
Noch Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Trinkwasser in Dürrezeiten an Bord von Segelschiffen - den traditionellen Dhauen - nach Kuwait transportiert. Das kleine Scheichtum am nordwestlichen Rande des persisch-arabischen Golfs war ein armes Land und verfügte nicht einmal über genügend Süßwasser-Reserven. Dabei war Kuwait noch im 19. Jahr hundert eine blühende Handels- und Hafen-
stadt gewesen. Karawanen starteten von dort aus ins Innere Arabiens, und ku -
waitische Handelsschiffe segelten bis nach Indien oder Ostafrika.
Um 1710 wanderten die Vorfahren der heutigen Kuwaitis aus dem Westen der Arabischen Halbinsel in das heutige Staatsgebiet ein. Innerhalb weniger Jahre wurde die von ihnen gegründete Siedlung "Kut" nicht nur zu einem wichtigen Handelsplatz, sondern auch zu einem Zentrum von Fischern, Perlentauchern und Bootsbauern. Beherrscht wurde Kuwait seit 1756 von der heute noch regierenden Sabah-Familie, die die Stadt mitbegründet hatte, selbst jedoch nicht an Handel oder Schiffahrt beteiligt war. Offiziell bildete Kuwait in dieser Zeit die östliche Grenze des Osmanischen Reiches, praktisch konnte sich das Scheichtum jedoch weitgehend unabhängig von äußeren Einflüssen entwickeln.
Trotz der türkischen Oberherrschaft schloss Kuwait 1899 ein Schutzab- kommen mit Großbritannien, das wenige Wochen vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs das Scheichtum zu einem britischen Protektorat erklärte. In diesen Jahren schien es, als ob die Zeit gegen die etwa 50.000 Bewohner des Scheichtums arbeiten würde. Waren die im Lande gebauten Segelschiffe bereits Ende des 19. Jahrhunderts der Konkurrenz der neuen britischen Dampfschiffe nicht mehr gewachsen, so verlor wenige Jahre später die Perlenfischerei an Bedeutung, als die ersten japanischen Zuchtperlen auf den Weltmarkt kamen. Aus der ehemals blühenden Handelsstadt wurde einer der ärmsten Plätze der Region.

Daran änderten auch die ersten Ölfunde im Jahre 1938 wenig, da es noch acht Jahre dauerte, bis das Öl auch exportiert wurde. Von da an änderten sich die Verhältnisse in Kuwait jedoch in atemberaubendem Tempo. Schon bald gehörte das Scheichtum zu den reichsten Staaten der Erde. In der modernen Hauptstadt Kuwait City mit ihren Großbanken, Fünfsterne-Hotels und Einkaufsstraßen erinnerten nur noch der alte Fischerhafen und wenige unter Denkmalschutz stehende Häuser von Händlerfamilien an die alten Zeiten. Stadtautobahnen führten in Vororte, die sich immer weiter in die Wüste vortasteten. An dem 60 km langen Küstenstreifen, der südlich von Kuwait City bis zur Grenze mit Saudi-Arabien führt, entstanden luxuriöse Wochenendhäuser.

Seit Beginn der 1980er Jahre bemühte sich die Regierung, die Zahl der rund 1,2 Millionen Ausländer zu senken. Aber der Reduzierung der Ausländer waren Grenzen gesetzt, da sich Kuwaitis nur in Ausnahmefällen bereit fanden, körperli-
che Arbeiten zu verrichten. Einheimische konnten es sich leisten, entsprechende Angebote abzulehnen, war doch ihr Anspruch auf Arbeit beim Staat in der Verfas-
sung verankert. Kuwait liegt im Zentrum der größten Erdölvorkommen der Welt.

Mit etwa 62% aller bekannten Reserven haben die Länder der Golfregion genug Vorräte, um auch noch in den nächsten hundert Jahren Öl in alle Welt expor-
tieren zu können. Derzeit sind die Staaten im Gebiet des Persischen Golfs mit etwa 28% an der Welt-Erdöl-Förderung beteiligt. Die Erdölreserven Kuwaits betragen etwa 10% der bestätigten Reserven der Welt. Bei einer gleichblei-
benden Jahresförderung würden die derzeit bekannten Reserven im gesamten Nahen Osten noch etwa 90 Jahre reichen. Kuwait exportiert Erdgas und Erdöl mit einer eigenen Tankerflotte. Der Aufbau eigener Transportkapazitäten war ein weiterer Schritt, den Verkauf des Erdöls bis zum Endverbraucher in eigene Regie zu nehmen.

Kuwait verfügt in mehreren europäischen Ländern über eigene Tankstellennetze oder ist an ihnen beteiligt. Gelder aus den Erdölverkäufen wurden nicht nur zur Modernisierung des LAndes und zum Ausbau der eigenen Ölindustrie genutzt, sondern flossen auch in den "Fonds zur Sicherung künftiger Generationen". Die Regierung war gesetzlich verpflichtet, 10% der Öleinnahmen in den Fonds abzu-
führen. Ein Teil der Gelder wurde im Ausland in Unternehmensbeteiligungen investiert. In Deutschland war Kuwait unter anderem mit nahezu 25% an der Höchst AG beteiligt und hält Anteile an der DaimlerChrysler AG.

Die Erträge aus solchen Auslandsinvestitionen überstiegen in manchen Jahren sogar die Öleinnahmen des Landes. Die Vorsorge für das Zeitalter nach dem Erdölreichtum resultiert einerseits aus der leidvollen Erfahrung der eigenen Geschichte, als zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Land zu verarmen begann. Andererseits ist es verständlich, dass die Kuwaitis eine Wiederholung der Erfahrungen aus dem 2. Golfkrieg mit allen Mitteln verhindern wollen, als fast alle wirtschafts- und infrastrukturellen Einrichtungen Kuwaits zerstört wurden und damit auch die Lebensgrundlage, der Handel mit "schwarzen Gold".

Mehr als vierzig Jahre nach Beginn des Wirtschaftsbooms waren die Einheimi-
schen die "Kuwaitis" - eine Minderheit im eigenen Land, in den Einkaufsstraßen oder am Steuer ihrer großen Autos jedoch von Augenzeugen leicht zu unterschei-
den. Voller Stolz tragen Kuwaitis ihre "Dischdascha", das bis zu den Füßen reichende weiße Gewand, und die auf dem Kopf mit einer Kordel gehaltene "Kuffiyah".

Die Entwicklung des Erdölsektors, das Entstehen von Industriebetrieben, der Boom im Baubereich und die Entwicklung eines modernen Bildungs- und So -
zialwesens schufen Hunderttausende von Arbeitsplätzen, die vor allem mit Aus-
ländern besetzt wurden. Die Zuwanderung hochqualifizierter Spezialisten und ungelernter Arbeiter hatte jedoch auch dazu geführt, dass nur jeder dritte Be -
wohner des Landes von Einheimischen abstammte.

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