Sehenswürdigkeiten Jordaniens.
  
Ankunft mit unserem Begleiter an der Felsenstadt. Obgleich die Beduinenpolizei streng schaute, waren die Beamten doch sehr freundlich. Ja, sie liessen sich sogar ablichten mit meiner virtuellen Frau Jeanette.;-) Sowas bringen auch nur Frauen fertig. *lach* Siehe Bild unten.
Die Felsenstadt der Nabatäer ist nur durch die enge Siq-Schlucht zu erreichen (Bild unten links) und überwältigt durch ihre in den Felsen geschlagenen Tempel und Gräber, die dem Felsengott Duschara geweiht waren. 700 in den Felsen geschlagene Stufen führen zu dem Haupttempel, der auch bis ins Detail aus dem Felsen heraus modelliert worden ist. Die verlassene Felsenstadt Petra im heutigen Jordanien war in der Antike die Hauptstadt des Reiches der Nabatäer. Sie ist berühmt für ihre direkt aus dem Fels gemeißelten Bauten und wurde 1985 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.
Nach archäologischen Befunden war das Hochtal von Petra schon in der Alt-
steinzeit zeitweilig und seit der Jungsteinzeit - etwa ab 9000 v. Chr. - dauerhaft besiedelt. Die Bibel spricht von den Horitern und Edomitern, die das Gebiet ab etwa 1500 v. Chr. bewohnten. Nach der Eroberung Palästinas durch die Perser im 6. Jahrhundert v. Chr. gelang es dem aus dem Inneren Arabiens stammenden, semitischen Volk der Nabatäer etwa um 500 v. Chr. die Edomiter zu verdrängen. Sie gingen nun von der Weidewirtschaft zur Kontrolle der Handelswege über, die bei Petra zusammenliefen.
Als Halbnomaden scheinen sie anfangs nur Zelte in dem Tal errichtet und ver-
einzelt Höhlenwohnungen in den Fels geschlagen zu haben. Um die Mitte des 4. Jahrhunderts waren die Nabatäer dank des Handels mit Gewürzen, Weihrauch und Silber bereits so wohlhabend geworden, dass sie Begehrlichkeiten ihrer Nachbarn weckten. Im Jahr 312 v. Chr. entgingen sie der Eroberung durch Antigonos I. Monophthalmos, einem der Nachfolger Alexanders des Großen, nur dank der uneinnehmbaren Lage Petras. Erst mit dem Niedergang der Diadochenreiche und dem Aufstieg Petras zur Hauptstadt der Nabatäer im 2. Jahrhundert v. Chr. begann dessen eigentliche Blüte.
Noch mehr:
Petras allmählichen Niedergang hatte jedoch schon einer der Vorgänger Aretas' IV. eingeleitet. Malichus I. (59-30 v. Chr.) hatte sich zeitweise mit den Parthern gegen Rom verbündet. Die Römer förderten daher in der Folgezeit den Schiffs-
verkehr auf dem Roten Meer und legten Karawanenwege an, die Petra im Norden umgingen. Der letzte Nabatäerkönig, Rabel II. (70-106), trug dem Rechnung, indem er die Hauptstadt in den Norden, nach Bostra im heutigen Syrien, verlegte.

Kaiser Trajan besiegte die Nabatäer im Jahr 106 endgültig und gliederte ihr Reich als neugeschaffene Provinz Arabia Petraea mit der Hauptstadt Bostra ins Römische Reich ein. Seit der Zeit der Kreuzzüge hatte kein Europäer Petra mehr betreten. Um 1800 wussten nur noch wenige Gelehrte gerüchteweise von einer legendären, aus dem Fels herausgeschlagenen Stadt im Nahen Osten. Für Europa wurde Petra erst 1812 von dem Schweizer Arabienreisenden Johann Ludwig Burckhardt neu entdeckt. Mehr als 100 Jahre später schrieb Thomas Edward Lawrence (Lawrence von Arabien) in seinem Werk "Die sieben Säulen der Weisheit": "Petra ist der herrlichste Ort der Welt." Er war aber der Meinung, jede Beschreibung müsse vor dem eigenen Erleben der Stadt verblassen.

Weiter zum Berg Nebo.
Der Berg Nebo liegt auf dem Gebiet Jordaniens, er ist Ausläufer jenes Plateaus, das zum Toten Meer hin abfällt. Der Berg Nebo mit einer Höhe von ca. 808 m bietet eine Aussicht bis weit in das Jordantal, auf das Tote Meer und bis nach Israel. Der Überlieferung nach ist der Berg Nebo jener Berg, von dem aus Mose das gelobte Land sehen durfte, dort aber auch sterben musste, ohne es selbst zu betreten: Nachdem er einen Blick ins Gelobte Land werfen durfte, starb Moses und wurde vom Herrn selbst anonym begraben.
Auf der Spitze des Berges wurde um 393 eine Kirche erbaut und seitdem immer wieder umgestaltet. Im 7. Jahrhundert war sie ein vielbesuchtes Ziel von Pilgern aus dem byzantinischen Reich, unter anderem der Nonne Ageria, die darüber in ihren berühmten Memoiren berichtet. Von der usrsprünglichen Kirche sind nur wenige Reste übrig – Steinblöcke und Teile des Mosaikbodens. Die heutige Kirche auf dem Nebo ist im Besitz des katholischen Franziskanerordens. In ihr werden Mosaiken ausgestellt, beispielsweise mit Jagdszenen, Löwen und Gazellen. Die Taufkapelle aus dem Jahr 531 n. Chr. enthält ein Mosaik aus dem 6. Jahrhundert, ebenfalls mit Tierdarstellungen. Daneben wurde ein modernes Kloster für die Franziskaner erbaut, das auch Archäologen beherbergt.
Das "Meer" bildet einen abflusslosen und rund 1.020 km² großen Salzsee, der als so genannter "Endsee" in einer Depression liegt; diese ist Teil des Jordan-
grabens, der die nördliche Fortsetzung des Great Rift Valleys darstellt. Seine Wasseroberfläche wird häufig mit Werten um 396 m unter NN angeben; tat-
sächlich liegt der Wasserspiegel bei einer fortschreitenden Austrocknung bereits seit einigen Jahren unter -400 Meter. Die Küste des Sees bildet damit den tiefsten frei zugänglichen Punkt der Erdoberfläche; das Tote Meer ist daher der tiefstgelegene See der Erde, aber nicht der tiefste.

Der Grund des Sees liegt bei 794 m u. NN; damit handelt es sich um die dritt-
tiefste Kryptodepression der Erde. Der Salzgehalt des Toten Meers beträgt bis zu 33 Prozent, im Durchschnitt rund 28 Prozent (zum Vergleich: der Salzgehalt des Mittelmeers liegt bei ca. 3 Prozent). Nur noch der Assalsee in Ostafrika ist mit knapp 35 Prozent salzhaltiger. Entgegen seinem Namen ist das Tote Meer biologisch nicht tot, jedoch beschränkt sich das Leben weitgehend auf verschie-
dene Mikroorganismen, insbesondere auf anaerobe, Nitro, Schwefel und Cellu-
lose abbauende Bakterien. Auch manche Pflanzen mit großer Salztoleranz, die sog. Halophyten, können in dieser extremen Umwelt überleben.

Nach 2 Übernachtungen in Aqaba verließen wir Jordaniens Tor zur Welt und flogen vom Internationalen Airport aus nach Riad in Saudi Arabien.
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