Die prachtvolle Domkirche
Die prachtvolle Domkirche mit dem grün - goldenen Kuppeldach ist Helsinkis Wahrzeichen. Im Winter macht sie einen eher kühlen, unnahbaren Eindruck.
Dann erinnert nichts daran, daß die Stufen vor dem Portal im Frühjahr bevöl-
kert sind von Dutzenden lichthungriger finnischer Hauptstädter. (Diese Bilder wurden erst später aufgenommen.)
Helsinki bei Nacht
Der Prachtboulevard durch Helsinki
Bild oben: Die Mannheims Vägen - Mannheimerstrasse - durchquert als Pracht-
boulevard die finnische Hauptstadt.
Blick aus meinem Schlafwagenabteil auf die Zuglänge
Auf jeden Fall macht es Spass mit dem Zug zu reisen: Man gewinnt einen guten Eindruck von der Landschaft und man kann eine Menge interessanter Leute sehen und kennenlernen (wie es mir passierte *lach*), (und deshalb auch diese Erklärung hier). Wenn man allerdings lange Zugreisen unternimmt, dann sollte man sich gut vorbereiten: Ins Gepäck gehören Bücher, Spiele und einige Lecke-
reien... Ausländer zahlen einen höheren Preis als Russen für die Beförderung mit der Bahn. Aber der Preis, den man dafür zahlt, Ausländer zu sein, ist nicht be-
sonders hoch...Wenn man ein Ticket für Fernreisen bucht, bringt man besser gleich seinen Reisepass und das Visum mit. Das Ticket wird auf diese Dokumente ausgestellt und enthält den eigenen Namen.
Zug-Schlafwagengang
Daher hat es keinen Zweck, einen russi-
schen Freund zum Schalter zu schicken, um Geld zu sparen. Wichtig ist: Der eigene Name muss auf dem Ticket stehen. Auf dem Fahrschein ist weiter-
hin vermerkt: Wagen, Abteil und Sitz-
nummer und die Sitznummer bzw. Nummer des Schlafabteils. (Natürlich kann man ein Schlafabteil ganz für sich alleine buchen um seine Ruhe zu haben - allerdings sind dafür sowohl für den Beamten am Ticketschalter, als auch für den Fahrschaffner für "unvorherge-
sehene Fälle" ein paar Dollar fällig. Mit Geld ist in Russland fast alles möglich).

Es gibt drei Klassen auf Langstrecken-
reisen: Luxus (mit zwei Betten), Coupe (mit vier Betten) und Plazkartnyj mit 6 Kojen, auf denen man aber nur schwer ein Auge zukriegt). Wenn es der Geld-
beutel erlaubt, kann man, wenn man z.B. zu zweit oder aber auch alleine reist, alle Betten in einem Abteil buchen. (Ich leistete mir ein Luxusabteil mit zwei Betten - "Kommissar Zufall" reist ja immer mit *g*).

Mein Schlafwagenabteil
Wenn man einsteigt, nimmt der Schaffner/in einem die Fahrkarte ab - am nächsten Morgen bekommt man sie (manchmal erst auf Verlangen) wieder.
Unter Umständen wird von einem auch 20-30 Rubel für die Bettwäsche ver
langt - das ist normal. Der Schaffner ist auch Gebieter über eine Minibar -
Tee und Kaffee ist meist auch im Angebot. Die Schlafwagen sind gut beheizt -
zu gut...man nehme sich daher leichte Schlafkleidung mit. Auch Toilettenpapier oder Tempotaschentücher sollte man dabei haben. Wenn der Schaffner oder die Schaffnerin es sich verdient hat, sollte man ihm / ihr ein Trinkgeld von 1-2 US-Dollar geben. In meinem Fall waren es aber einige Dollllaaalars mehr *g*, da man ja Zufälle nicht vorhersehen kann und tatsächlich wurden es dann doch einige Dollars mehr, wie sich herausstellen sollte. ;-) Es ist Sitte, dass man den Damen das untere Bett überlässt (falls nichts anderes vereinbart wird, was in meinem konkreten Fall ja nicht zutraf, denn ich hatte ein Doppelschlafabteil)!
Meine neu Reisegruppe war schon bis auf wenige Ausnahmen schlafen gegangen. Einige Herren gingen mit mir noch in die Zugbar um einen Schlummertrunk zu sich zu nehmen. Da ich noch nicht schlafen gehen wollte, der Abend war eigentlich noch jung und die Nacht noch lang, ging ich mit. Ja gottseidank ging ich mit, denn es gibt Zufälle mit denen man wirklich nicht rechnet. Oder war es Vorher-
sehung? Ich weiss es nicht zu sagen, jedenfalls traf ich eine wunderschöne Finnin an der Bar. Ich wunderte mich, dass sie nicht in Begleitung war.
Als Zwilling habe ich eh keine Kontaktschwierigkeiten und so kamen wir auch schnell ins Gespräch. Sie habe sich anders entschieden und wollte etwas früher nach Finnland zurück. Der Nachteil dabei, so stellte es sich im Nachhinein heraus war, dass keine Maschine mehr flog (ihr Flugticket war an die Finn-Air gebunden und die flog nur einmal die Woche) weshalb sie sich daher für die Bahn ent-
schieden habe. Aber leider hatte sie keinen Schlafplatz mehr bekommen. Jedenfalls kein eigenes Abteil. Alles war ausgebucht, ausser den Sechserbetten und die wollte sie nun wirklich nicht.
Ich erklärte ihr, dass dies kein Grund zur Besorgnis sei und dass sie keineswegs über 60 Stunden im Abteil verbringen müsse, wenn sie keine Probleme damit hätte in meinem Schlafabteil mit zu übernachten. Das war ziemlich mutig von mir, aber ehrlich und ohne Hintergedanken. Sie war ganz verlegen geworden, als ich ihr dieses Angebot machte. Doch nach zwei Gläschen Sekt legte sich die anfäng-
liche Scheu schnell wieder. Ich gab ihr mein Ehrenwort, dass ich keinerlei Hinter-
gedanken mit meinem Angebot hatte, sondern ihr lediglich helfen wolle. Über 60 Stunden im Abteil zu verbringen ist ja nicht angenehm. Und dann noch unaus-
geruht. So nahm sie dankend an, bestand aber darauf, mir die Hälfte des Preises zu geben, was mich das Schlafabteil gekostet hatte. Ich nahm es an und sagte sofort, dass wir dann davon im Speisewagen noch essen gehen werden. Und so saßen wir nach dem Umziehen eine Stunde später im Speisewagen.
My Lady waren nach dem Essen zu mir ins Sitz-Schlafabteil umgezogen. :-)
Sind wir nicht ein sauberes und braves Paar? My Lady hat den Aufenthalt in meiner Schlafkabine sichtlich genossen. Ich lernte skandinavische Offenheit kennen, denn diese Frau hat sich überhaupt nicht geziert - geschweige denn noch geniert.;-) Jetzt sieht man MGB auch mal im Schlafanzug.;-) Und ich sah eine wunderschöne gertenschlanke junge Skandinavierin. Vielleicht 20 Jahre jünger als ich. :-) Nun ja, ich hatte das Pech der frühen Geburt, die mir aber in diesem Fall zum Glück verhalf, denn my Lady standen nicht auf junge Männer. Das aber erfuhr ich erst später. :-)

Bild unten: Ankunft in Helsinki und warten auf die anderen, um gemeinsam ins Hotel zu fahren. Jeanette, so hiess meine Bekanntschaft, musste jedoch leider ein Taxi nehmen, denn sie wohnte ausserhalb von Helsinki. (Dabei hätte sie nur den Firmen-Chauffeur anrufen brauchen). Aber auch das erfuhr ich alles erst später. Ich bedankte mich noch einmal für ihre angenehme Gegenwart im Zug und wünschte ihr eine gute Heimfahrt. Das Hotel in welchem ich wohnte hatte ich nicht erwähnt. Aber wer die Frauen kennt...Sie sah schon am Transferbus in welches Hotel es gehen würde. Natürlich sah sie auch den Prospekt welchen ich in der Hand hielt, denn ich wollte nicht im Hotel der Reisegruppe wohnen. Ob ich jemals wieder von ihr hören würde?

Ankunft unserer Reisegesellschaft in Helsinki und Verabschiedung mit Handkuss von Jeanette. Ob ich sie je wieder sehen werde?
Bevor ich mich von Jeanette verabschiedet hatte, hatte ich mir im Prospekt das Hotel angeschaut in welchem ich für die Zeit meines Helsinki - Aufenthalts woh-
nen würde. Ohne es zu wissen hatte mir Jeanette dabei über die Schulter ge -
blickt, aber kein Wörtchen verraten und auch keine Miene verzogen. Sie tat ganz so, als könne sie sich sowas nicht leisten und blickte scheinbar dessinteressiert aber mit einem leichten Schmunzeln zur Seite. Oh, lerne einer die Frauen ken-
nen... :-)
Mein Hotel in der Stadtmitte Helsinkis
Der von der Hotelleitung bereitgestellte Bus brachte die Reisegruppe in ihr re-
serviertes Hotel. Ich hingegen hatte mir ein anderes Hotel ausgesucht, da ich ohnehin die Reisegruppe verlassen wollte. (Deshalb auch der Blick in den Hotel-
prospekt, den Jeanette mitbekommen hatte, was ich nicht wusste. Für sie war es nicht schwer das Hotel ausfindig zu machen zumal sich auf der Prospektseite ja nur ein einziges Hotel befand). Für mich war also in Helsinki Endstation. Ich konnte natürlich nicht ahnen, dass dieser Entschluss mein gesamtes bisheriges Leben auf den Kopf stellen würde. Aber der Reihe nach...
Mein Hotelzimmer in Helsinki

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Helsinki zweiter Tag
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