Die Ottonen und die Salier
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Mit Heinrichs Sohn
Otto I. wurde 936 ein Mann von ganz anderen Auffassungen zum deutschen
König gewählt. Er ließ sich zu Aachen feierlich krönen,
bestieg den Steinthron Karls des Großen und war bemüht, an die
karolingische Tradition anzuknüpfen. Anders als sein Vater wollte
er, daß nur sein Wille im Reich gelte. Die selbstherrlichen Herzöge
verweigerten ihm den Gehorsam, selbst seine Brüder empörten sich
gegen ihn. Es kostete harte Kämpfe, sie niederzuzwingen. Die Folge
war, daß König Otto Männer um sich scharte, die es nicht
nach vererbbarem Besitz gelüsten konnte: Bischöfen und Äbten
übertrug er weltliche Gewalt. Er gab ihnen Reichsgüter und ganze
Grafschaften zu Lehen mit allen Herrschaftsrechten, wie z. B. Gerichtshoheit.
Dafür verlangte er, daß sie ihre Herrschaft in seinem Sinne
ausübten, finanzielle Beiträge leisteten und einen Anteil am
Reichsheer stellten. Dieser betrug schließlich fast zwei Drittel.
Die geistlichen Herren schlugen
denn auch für König und Reich wacker drein, wenn es drauf ankam.
Als 955 die Ungarn wieder einfielen, hielt der Bischof Ulrich von Augsburg,
tapfer kämpfend, mit seinen Mannen ihnen so lange stand, bis Otto
mit seinem Heer anrückte. Auf dem Lechfeld wurden die Ungarn so vernichtend
geschlagen, daß sie auf weitere Invasionen verzichteten.
Die Macht des Papstes
Papst Johannes XII.
Er entzog sich den kaiserlichen
Vorwürfen
und seiner Verantwortung und
ergriff die Flucht.
Otto II.
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Otto stand auf der Höhe
seiner Macht. Das Reich war im Inneren soweit gefestigt, wie es damals
möglich war, die Grenzen gegen die Slawen gesichert, der polnische
Herzog tributpflichtig, Böhmen und Burgund unterstanden seiner Lehnshoheit,
bei inneren Streitigkeiten im Westfrankenreich war er mehrmals als Schiedsrichter
angerufen worden. Er besaß die Herrschaft über Norditalien.
Die Macht über Süditalien, das sich in den Händen von Byzanz,
dem ehemaligen Ostrom, befand, versuchte er vergeblich dadurch zu erlangen,
daß er seinen Sohn Otto mit der byzantinischen Prinzessin Theophano
verheiratete. Aber das Wichtigste: Er war römischer Kaiser und
Schutzherr der Römischen Kirche. Er durfte sich als Führer des
christlichen Abendlandes betrachten. So hat Otto der Große der deutschen
Reichspolitik für Jahrhunderte den Weg gewiesen: Landeroberung und
Ausbreitung des Christentums nach Osten - kaiserliches Streben nach Süden.
Symbolische Darstellunng
Kaiser Heinrichs III. gegen die Simonie
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Mit dem Schwert der Tugend hat
er alle Häupter der Simonistischen Häresie ihres Amtes
enthoben. In der Funktion eines "Patricius der Römer" entscheidet
er als Kaiser die Wahl des Papstes und setzt gelichzeitig drei Päpste
hintereinander ab, nämlich Gregor VI., Silvester III. und Benedikt
IX. An Ihrer Stelle ernennt er drei Deutsche: Bischof Scuidger von
Bamberg als Clemens II., danach Leo IX. und Viktor II. Das Papstum war
seiner Meinung nach auf einem Tiefpunkt angekommen und bedurfte dringend
einer Reform.
Heinrich ist leider kein langes
Leben beschieden: Er stirbt mit nur 39 Jahren. Doch seine Gemahlin,
Kaiserin Agnes, die für ihren Sohn Heinrich IV. die Vormundschaftsregierung
übernimmt, (der von Erzischof Arno von Köln entführt
wurde, um die Kaiserin und ihre Berater zum Rücktritt zu zwingen,
überbrückt den Gegensatz zwischen Reichskirche und Kirchenreform
nicht mehr.
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Ausgehend von dem burgundischen
Kloster Cluny, wo energische Äbte über die strenge Einaltung
der Regeln wachten, kam eine Reformbewegung, zunächst rein geistlicher
Art, in Gang. Immer mehr Klöster schlossen sich den Cluniansern an.
Um die Mitte des elften Jahrhunderts griffen die meisten der römischen
Kardinäle die Erneuerungsbestrebungen auf. Bald ging es nicht nur
um Ordensregeln und Gelübde. Die Reformbewegung richtete sich gegen
die weltlichen Gewalten, als deren Gefangene sich die Kirche fühlte.
Seit sie hohe Geistliche für staatliche Aufaben heranzogen, vergaben
die Könige die Bischofs- und Abtssitze an solche Anwärter, von
denen sie für ihre weltlichen Zwecke das meiste erwarten durften,
geistliche Vorzüge zählten weniger. Mancher Bewerber um ein solches
Lehen ersuchte mit Geldzahlungen an König und Adel ein Amt zu erkaufen.
Dieser Vorgang wurde Simonie genannt. Nach der Apostelgeschichte soll der
Zauberer Simon versucht haben, von den Aposteln die Gabe der Weissagung
zu erkaufen; daher rührt die Bezeichnung. Der Kardinal Humbert erklärte,
die Einsetzung von hohen Geistlichen durch den König, die "Laieninvestitur",
sei ein Verbrechen, die Simonie nicht minder. Die deutschen Kaiser und
Könige aber, die aus wohlerwogenen Gründen Geistliche zu Lehnsmannen
gemacht hatten, mußten in dieser Reformbewegung einen tiefen Eingriff
in ihre wichtigsten staatlichen Interessen sehen.
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Otto I. der Grosse
enthebt Papst Johannes XII. seines
Amtes mit folgenden Worten:
"Wisset also, dass ihr nicht von
wenigen, sondern von allen Geistlichen wie Weltlichen angeklagt seid des
Mordes, des Meineids, des Kirchenfrevels, der Unzucht mit Verwandten und
mit zwei Schwestern".
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An der Elbe weiteten Ottos Lehnsleute
Hermann Billung und Gero das Reich nach Osten aus. In langwierigen Kämpfen
warfen sie die Slawen zwischen Elbe und Oder nieder. Otto selbst errang
zwei Monate nach der Lechfeldschlacht im östlichen Mecklenburg einen
Sieg über slawische Stämme. Um sie dem Christentum zuzuführen,
wurde in den Marken eine Reihe neuer Bistümer gegründet, darunter
Brandenburg, Meißen und Merseburg. Zum Schutz gegen die Ungarn errichtete
Otto wieder die bayrische Ostmark, die in früheren Kämpfen verlorengegangen
war. Im Jahre 996, in der Zeit Ottos III., wurde sie zum erstenmal "Ostarrichi"
genannt— Österreich.
Von Papst Johann XII. in einem
Bürgerkrieg zu Hilfe gerufen, marschierte Otto 961 über die Alpen.
962 zog er in Rom ein. In einem Vertrag bestätigte er dem Papst die
Schenkungen des Kichenstaates und das Schutzversprechen das schon Karl
der Große gegeben hatte. Der Papst verpflichtete sich, ihn
zum Kaiser zu krönen und ihm Treue zu schwören. Mehr als 800
Jahre lang wurde die römische Kaiserkrone noch deutschen Königen
verliehen.
Otto III.
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Nach dem Aussterben der Ottonen
wurde 1024 der fränkisch-salische Graf Konrad zum deutschen König
gewählt. Die Regierung Konrads II. ist hauptsächlich deshalb
erwähnenswert, weil er nach komplizierten Erbstreitigkeiten die Vereinigung
des Königreichs Burgund mit dem Deutschen Reich erzwang.
Die Geistlichkeit in Deutschland
wie in Frankreich war verweltlicht, Zucht und Sitte in vielen Klöstern
verwildert, zahlreiche Priester hatten auch mit ihrem Keuschheitsgelübde
wenig im Sinn. Die höheren geistlichen Herren kümmerten sich
mehr um Politik und Besitz als um das Seenheil und dachten, wie ein Erzbischof
von Reims es aussprach: "Ein Bistum oder eine Abtei zu haben, ist eine
schöne Sache. Wenn man nur nicht immer die Messe lesen müßte!"
Kaiser Heinrich II und seine
Gemahlin Kunigunde
(beide heilig gesprochen)
Heinrich IV. mit seinen Söhnen
Heinrich V. und Konrad
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Nach dem Tode Kaiser Heinrichs
III., der drei miteinander streitende Päpste abgesetzt und einen Deutschen
hatte wählen lassen, führte die Kirche den ersten Befreiungsschlag:
Nach dem neuen Papstwahldrekret von 1059 sollten fortan nur noch die Kardinäle
den Papst wählen. 1075 bedrohte eine Synode in Rom den König
mit dem Bann, wenn er weiterhin Bistümer verleihe. Auf Betreiben des
jungen Königs Heinrich IV. erklärten die empörten deutschen
Bischöfe daraufhin Papst Gregor VII. für abgesetzt. Gregor seinerseits
sprach über den König den Bann aus. Die Stimmung der deutschen
Fürsten und Bischöfe schlug um: Wenn Heinrich nicht vom Bann
gelöst werde, gehe er des Throns verlustig!
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Heinrich IV., um seinen Thron
zu retten, trat den Weg nach Italien an. Vom 26. bis 28. Januar des Jahres
1077 wartete er vor dem Tor der Burg Canossa auf Vergebung durch den Papst
und den Losspruch aus dem Kirchenbann. Heinrich mußte versprechen,
daß er im Streit mit den deutschen Fürsten einen Schiedsspruch
des Papstes anerkennen werde.
Auch Heinrich IV. fand (wie
Gregor VII., der im Exil starb) ein bitteres Ende. Von seinem Sohn Heinrich
V., der sich an die Spitze einer Verschwörung gestellt hatte, abgesetzt,
floh er und starb 1106 in Lüttich.
In langwierigen Verhandlungen
brachten Beauftragte Heinrichs V. und Papst Calixtus II. den "Investiturstreit"
zu Ende. Im Wormser Konkordat von 1122 verzichtete der König auf die
Bischofsinvestitur mit Ring und Stab (den geistlichen Symbolen). Der Papst
war mit der Anwesenheit des Königs oder eines seiner Beauftragten
bei der Bischofswahl einverstanden, so daß der König Einfluß
auf die Besetzung des Amtes ausüben konnte. Vor der Bischofsweihe
sollte die Belehnung mit königlichen Ämtern und Gütern durch
die Übergabe von Zepter und Schwert (den weltlichen Symbolen) erfolgen.
Ein Kompromiß. Dennoch mit nachteiligen Folgen für die Königsmacht
in Deutschland: Die Abhängigkeit der Bischöfe und Äbte vom
König lockerte sich. Die weltlichen Reichsfürsten waren während
des Streites ohnehin schon erstarkt ...
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Der Aufschwung der Kirche und
die religiöse Verinnerlichung hatten inzwischen eine Bewegung ausgelöst,
die das ganze christliche Europa mobilisierte. 1095 rief Papst Urban II.
dazu auf, Jerusalem, "die Stammburg Christi", und das Heilige Land von
den islamischen Seldschuken zu befreien und zu erobern. Mit religiöser
Inbrunst folgten Zehntausende seinem mitreißenden Aufruf, darunter
an die 5000 Ritter aus Frankreich, Spanien und Deutschland.
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Verhängte über Heinrich
IV. den Kirchenbann, so dass der Kaiser den Gang nach Canossa antreten
musste. (Dass Heinrichs Gang nach Canossa aber lediglich Taktik war, konnte
Gregor nicht ahnen). Am 25. Juni 1080 schickt er Gregor in die Verbannung,
nachdem ihn dieser wieder exkommuniziert hatte. Gregors Nachfolger wurde
Bischof Wibert mit dem apostolischen Namen Clemens III. Gregor , in der
unverrückbaren Meinung, ein Wohltäter für Kirche und Menschen
gewesen zu sein,starb am 25.Mai 1085 mit den Worten:"Ich habe die Gerechtigkeit
geliebt und das Unrecht gehasst, deshalb sterbe ich in der Verbannung"
Die staufischen Kaiser und Könige
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