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Der Aufstieg der Franken
Kaum ein Volk ist über
Jahrhunderte hinweg so konstant zur Macht aufgestiegen wie der germanische
Stamm der Franken. Um 260 n. Chr. bevölkerten sie die Landstriche
am Niederrhein und Mittelrhein und dehnten sich ins Gebiet der heutigen
Niederlande aus. 200 Jahre später hatten sie sich bereits das Gebiet
bis zur Somme angeeignet. König Chlodwig ließ sämtliche
mit ihm konkurrierenden fränkischen Gaufürsten ermorden, beseitigte
die letzten Reste römischer Herrschaft in Gallien und dehnte das fränkische
Reich bis an die Loire aus. Er wandte sich gegen die Alemannen, entriß
ihnen das Gebiet um Main und Neckar und am Oberrhein. In der Entscheidungschlacht
gegen sie soll er seiner frommen Frau den Übertritt zum Christentum
gelobt haben. Er eroberte das Reich, das die Westgoten am Atlantik gegründet
hatten, bis zu den Pyrenäen. Seine Söhne unterwarfen Burgund
und Thüringen, auch die Bayern waren bereits vom Frankenreich abhängig.
Doch das Königshaus degenerierte, der oberste Reichsbeamte, der sogenannte
Hausmeier, übernahm die Macht. Der Hausmeier Karl Martell schlug 732
zwischen Tours und Poitiers die über die Pyrenäen eingedrungenen
Araber und verhinderte damit das Vordringen des Islam in Europa.
Chlodwig II.
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Karl der Große
Pippins Sohn, der 768 zur Regierung
kam, führte das Frankenreich auf die Höhe seiner Macht:Karl der
Große. In 32jährigem blutigem Ringen unterwarf er den letzten
noch heidnischen Germanenstamm auf deutschem Boden, die Sachsen im Gebiet
der Weser und unteren Elbe. Er zerstörte die Irminsul, den heiligen
Holzstamm an dem sie ihre alten Götter verehrten. Er erzwang Massentaufen,
der sächsische Adel ließ sich christianisieren. Der westfälische
Fürst Widukind und die freien Bauern leisteten erbitterten Widerstand.
Immer wieder kam es zum Aufruhr, Franken erlitten schwere Verluste. In
einem Strafgericht bei Verden an der Aller ließ Karl ganze Scharen
von Sachsen hinrichten, angeblich etwa 4500. Im Jahre 785 ließ sich
auch Widukind taufen. Doch die Kämpfe dauerten noch bis 804.
Kaiser Karl d. Gr.
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Als König Karl am 25. Dezember
des Jahres 800 in der Peterskirche zu Rom zur Feier der Messe erschien
und sich vor dem Altar zum Gebet neigte, erlebte er eine Überraschung.
Papst Leo III. setzte eine Krone auf sein Haupt - wie Karls Sekretär,
der Mönch Einhard, berichtet, "unter dem lauten Zuruf des ganzen römischen
Volkes: Dem erhabenen Karl, dem von Gott gekrönten großen und
friedebringenden Kaiser der Römer Leben und Sieg"! Das römische
Kaisertum, vor Jahrhunderten erloschen, war wieder lebendig geworden ...Siehe
Bild rechts
Karl d. Gr. bei einer
Gerichtsverhandlung.
Seine Urteile waren meist gerecht
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Karl der Große zeigte sich
über diese Handlung nicht glücklich. Krönung durch den Papst
und zum Römischen Imperator, das sah so aus, als ob der Papst der
Verleiher dieser Würde sei und die Römer das Reichsvolk. Bei
seinem Nachfolger achtete Karl darauf, daß weder Papst noch Römer
mitwirkten: 813, im Jahr vor seinem Tode, ernannte er seinen Sohn Ludwig
in Aachen zum Mitkaiser und ließ ihn sich selbst krönen.
Kaiser Konrad I.
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Sterbend empfahl Konrad - nach dem
Bericht des Mönchs Widukind aus dem Kloster Corvey - einen Mann als
König, der ihn stets befehdet hatte: Herzog Heinrich von Sachsen.
So nahten sich denn die Großen der Franken und Sachsen 919 bei Quedlinburg
in Thüringen dem Herzog, der gerade am "Vogelherd" saß, um die
Finken anzulocken, und trugen ihm die Königskrone an. Freilich ist
das nur eine später aufgekommene Sage, die zeigen sollte, daß
Heinrich nicht nach der Krone strebte. Als er in Fritzlar zum König
erhoben wurde, lehnte er die vom Mainzer Erzbischof angebotene Krönung
und Salbung ab. Er wollte nicht, wie die fränkischen Vorgänger,
sich auf die Bischöfe stützen, sondern im Einvernehmen mit den
Stammesherzögen sein Königtum ausüben. Schließlich
erkannten auch die Herzöge von Bayern, Schwaben und Lothringen, die
der Wahl ferngeblieben waren, ihn an. Ihm genügte es, daß sie
seine Lehnshoheit akzeptierten. Durch diese kluge Politik hat Heinrich
I., der erste "echte" deutsche König, das Zusammenwachsen der deutschen
Stämme sehr stark gefördert.
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Chlodwig I.
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Zu Karl Martells Zeiten begann der
angelsächsische Mönch Wynfried, der aus der britischen Grafschaft
Wessey stammte, den Stämmen Germaniens das Christentum zu verkünden.
In Friesland stieß er auf hartnäckige Ablehnung. Bei einem Besuch
in Rom erhielt er vom Papst den Namen Bonifatius und wurde mit der Vollmacht
ausgestattet, die Missionstätigkeit auf germanischem Boden zu organisieren.
Unterstützt von anderen angelsächsischen Missionaren, wirkte
er im heutigen Hessen, Thüringen und Süddeutschland, gründete
viele Klöster (z.B. Fulda) und Bistümer (von Thüringen bis
Bayern). Inzwischen Erzbischof von Mainz, verblüffte er die heidnischen
Germanen durch seinen Mut, besonders, als er bei Geismar im Hessischen
die dem Gotte Donar geweihte Eiche fällte; sie hatten wohl erwartet,
Donar werde einen Blitz schleudern ... 754, mit mehr als 70 Jahren, brach
der alte Streiter für den christlichen Glauben noch einmal zu einer
Missionsreise durch Friesland auf. - In Fulda ist der "Apostel der Deutschen"
beigesetzt- heiliggesprochen und durch die Jahrhunderte hochverehrt.
Martells Sohn Pippin setzte
den letzten aus dem Geschlecht Chlodwigs ab und ließ sich selber
zum König salben.
Martells Sohn Pippin
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Eroberung des Langobardenreiches
in Norditalien, Beseitigung des letzten Stammeherzogtums Bayern, Feldzug
über die Pyrenäen und Gründung einer spanischen Grenzmark,
die bis weit südlich von Barcelona reichte, Kriegszüge gegen
die Avaren zwischen Donau und Theiß und nach Böhmen, das tributpflichtig
wurde, Unterwerfung der Sorben zwischen Elbe und Saale - die Liste der
Taten Karls ist lang. Unter ihm erstreckte sich das Frankenreich von der
Elbe bi zum Ebro, vom Kanal bis an die Adria, von der Eider, der Grenze
gegen Dänemark, bis zum Tiber. Und sein Einfluß nach Osten griff
in vorgeschobenen Grenzmarken darüber hinaus.
Karls Krönung
Die deutsche Reichskrone
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Karls Nachfolger waren schwach.
Seine Enkel führten Bruderkriege gegeneinander. Mehrmals kam es zu
Teilungen. Bei der letzten, im Jahre 880, wurde die Grenzziehung vorgenommen,
die dann fast 800 Jahre lang mit wenigen Änderungen die Grenze zwischen
Frankreich und Deutschland blieb. Ganz Lothringen, der größte
Teil des heutigen Belgien und die Niederlande gehörten danach zum
ostfränkischen Reich. In dieser Zeit taucht auch zum erstenmal der
Begriff auf, aus dem die Volksbezeichnung "Deutsche" hervorging. In Westfranken
hatte sich das Germanische mit der aus der Römerzeit latinisierten
Sprache der vorfränkischen Bevölkerung zu einer neuen Sprache
zu entwickeln begonnen. In Ostfranken wurde weiter ein unvermischtes "Germanisch"
gesprochen, das man zum Unterschied zum Latein, der Sprache der wenigen
Gebildeten, als "Volkssprache" bezeichnete- die "teutonica lingua" oder,
mit dem germanischen Wort: "thindisk".
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Daraus ist das Wort "deutsch"
entstanden. Und erst in bezug auf das Ostfrankreich können wir seit
dem 10. Jahrhundert von "Deutschland" sprechen. Die Geschichte bis 918
ist nur die seiner Abstammung. Noch bildeten die karolingisch-fränkischen
Könige auf beiden Thronen durch ihre Verwandtschaft eine Klammer zwischen
den beiden neuen Reichen. Nach dem Tode des letzten Karolingers im Ostfrankenreich
wählten die unter den schwachen Königen wieder erstarkten Stammesherzöge
noch einmal einen Franken: Konrad I. Aber sein Nachfolger war kein Franke
mehr.
Heinrich I.
Heinrich I.
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