Deutscher-Ordensritter    Deutscher Ordensritter
Sitz des Deutschen Ordens - die Marienburg
"Der Deutsche Orden war ein geistlicher Ritterorden, der neben einer militä-
rischen auch eine starke politische Ausprägung hatte. Seine bedeutendste Lei-
stung war die Erschaffung des Ordensstaates Preußen, eines Staates, den er
zu solcher Blüte und Stärke gebracht hat, dass er den Orden überlebte.
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    Ein wehrhafter Orden

    Im 11. und 12. Jh. bewegt der Kreuzzugsgedan-
    ke das Abendland. Seit 1095 Papst Urban H. die europäische Christenheit aufgerufen hat, die heiligen Stätten und die dort lebenden Glaubens-
    brüder und - schwestern zu schützen, sind als Ergebnis des Ersten Kreuzzuges im Raum zwi-
    schen Antiochia und Jerusalem vier Kreuzfah-
    rerstaaten entstanden. deren Führung west - und südeuropäische Adelsschichten übernehmen. Militärisch stützen sie sich auch auf Ritterorden ihrer Heimatländer. Aus einer Hospitalgemein-
    schaft zum Schutz der „fränkischen“ (= west-
    lichen) Herrschaft entsteht nach 1100 der Rit-
    terorden der Johanniter, der Orden der Templer erhält 1128 seine Regel. In Spanien und Portugal, wo der Kampf zwischen Christen und Muslime entbrennt, bilden sich ebenfalls Ritterorden. Ein deutscher aber fehlt. Erst als Sultan Saladin die Kreuzfahrerstaaten auf einen schmalen Küsten-br>saum zurückdrängt (1l87), Jerusalem in die Hände der Muslime fällt und Kaiser Friedrich I. Barbarossa am 3. Kreuzzug teilnimmt, wird ein Ritterorden gegründet.
Der Templer Ritterorden

Ritter des Tmpler Ritterordens
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Hermann von Salza
    Der vierte Hochmeister, Hermann von Salza (1209 bis 1239), prägt die Entwicklung des Ordens für die Zukunft. Zwar missglückt sein Versuch, im Kampf gegen die heidnischen Kumanen in Sieben-
    bürgen, im Burzenland, einen eigenen Staat zu errichten (1211 bis 1225), aber Hermann von Salza erweist sich als geschickter Diplomat und Vermittler zwischen den beiden rivalisierenden führenden Mächten im Abendland: dem Papst und dem Kaiser. Die Schlappe schadet seinem Ruf keineswegs. Der Hilferuf des Piastenfürsten Her-
    zog Konrad von Masowien, ihn bei der Abwehr der heidnischen Pruzzen zu unterstützen, eröffnet Hermann von Salza die Möglichkeit, seinem Orden eine neue Heimat zu geben. Für die Unterstützung bietet ihm Konrad 1225/26 die fruchtbaren Böden des Culmerlandes an. Nun beweist der Hochmei-
    ster sein diplomatisches Geschick: In der „Gol-
    denen Bulle von Rimini“ bestätigt ihm Kaiser Friedrich II. die Schenkung Konrads und politi-
    sche Herrschaftsrechte über alle künftigen Ero-
    berungen im heidnischen Preußen außerhalb des Reiches (1226). 1228/29 begleitet Hermann von Salza den Kaiser auf den Kreuzzug ins Heilige Land. Damals wird Hermann von Salza vermutlich mit dem Adlerschild des Reiches bewidmet, das seither das Hochmeisterwappen als Herzschild schmückt. In diese Zeit fällt auch der Erwerb der Burg Starkenberg, besser unter dem Namen „Montfort“ bekannt. Starkenberg kapituliert
    1271 vor dem Mameluken-Sultan Baibar, 1291 fällt Akkon und der Orden zieht sich nach Vene-
    dig zurück.

    Herman von Salza bewies sein diplomatisches Geschick: In der Goldenen Bulle von Rimini bestätigt ihm Kaiser Friedrich II. die Schenkung Konrads und politische Herrschaftsrechte über alle künftigen Eroberungen im heidnischen Preußen außerhalb des Reiches (1226). 1228/29 begleitet Hermann von Salza den Kaiser auf den Kreuzzug ins Heilige Land.

    Hochmeister Herman von Salza


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    Der Niedergang

    Die Katastrophe bricht 1410 in der Schlacht
    von Tannenberg (polnisch: Grunwald) über die deutschen Ritter herein. 14.000 Ordenskrie-
    ger unterliegen 22.000 Polen, Litauern und tatarischen Söldnern. Von dieser Niederlage erholt sich der Deutsche Orden nicht mehr.
    Hand in Hand mit der militärischen Niederlage wächst im Land die innere Opposition preußi-
    scher Stände und eskaliert 1454 bis 1146
    zum Ständekrieg. Auch der geht für den Orden verloren. Der Niedergang ist nicht mehr auf-
    zuhalten: 1457 erobern die Polen die Marien-
    burg. Der 2. Thorner Friede von 1466 bringt
    große territoriale Verluste und zwingt den Hochmeister, dem König von Polen mit Kniefall
    zu huldigen. Vergebens hatte er auf Hilfe aus dem Reich gehofft. Im Alleingang sucht Hochmeister Albrecht von Brandenburg 1525 in einem letzten Kampf die Polen zu bezwingen. Er unterliegt. Enttäuscht von Reich und Papst tritt Albrecht zur Reformation über, wandelt den Ordensstaat in ein weltliches Herzogtum Preußen um und unterstellt es polnischer Lehenshoheit. Wohl ist der Deutsche Orden in erster Linie mit der Heidenmission be-
    auftragt, seine Leistungen auf kulturellem und wirtschaftlichem Gebiet sind jedoch beachtens-
    wert: Unter seine Herrschaft fallen etwa 100 Stadtgründungen, aus denen die großen Han-
    delsstädte Culm, Elbing, Thorn, Königsberg und die alte Bistumsstadt Pernau hervorragen.

    Kampf der Litauer gegen die Ordensritter

    Kampf der Litauer gegen die Ordensritter

    Der Niedergang - Zweiter Teil

    Die Deutschordensstädte kennzeichnet in der Regel das gleichmäßig angelegte rechtwinkelige Straßennetz der ostdeutschen Kolonialstadt und die Architektur, die besonders bei den Burgen typisch zum Ausdruck kommt. Die Besiedlung des Landes schreitet ab 1280 zwar nur langsam und in Wellen voran, dennoch wird sie zum Träger eines eigenen Stadtrechtes, das in der „Culmer Hand-
    feste“ auf 1332 zurück geht und Vorbild für fast alle preußischen Städte ist. Die Kolonisten, in der Mehrheit deutsche Bauern aus Niedersachsen, Holstein, dem Mitteleibegebiet um Meiße und aus Schlesien, bringen neue Wirtschaftskenntnisse mit: Im Danziger und Marienburger Werder ringen sie der Marsch mit Entwässerungsanlagen in Gestalt windbetriebener Schöpfwerke Neuland ab. Das geistige Leben ist in erster Linie ein geistliches. Ein dichtes Netz von Kirchen legt sich über das Land. Der Reichtum des Ordens ermög-
    licht es, selbst kleine Dorfkirchen künstlerisch wertvoll auszustatten. Mit dem Orden kommt auch der Backsteinbau ins Bruzzenland, er prägt hier die Architektur bis zur Zerstörung der Bauten 1944/45.

     Mit dem Orden kommt auch der Backsteinbau ins Bruzzenland, er prägt hier die Architektur bis zur Zerstörung der Bauten 1944/45.

    Backsteinkirche
       
 

Ritter des Johanniter Ordens

Mehrere Ritter des Johanniter Ordens

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Im Orient gegründet

1190 errichten Bremer und Lübecker Kaufleute der Überlieferung nach vor dem von Christen belagerten Akkon ein Feldhospital. Unter einem Zeltdach aus Segeltuch werden kranke und ver-
wundete Deutsche verarztet und gepflegt. 1198, nach der Eroberung Akkons, wandeln die anwe-
senden deutschen Fürsten die Hospitalbruder-
schaft in einen Ritterorden um, der den Namen „Brüder vom Hause St. Mariens der Deutschen
in Jerusalem“ trägt. Der Name erinnert an das
im Jahr 1128 gegründete deutsche Marienspital. Ordensregel und Tracht - ein schwarzes Kreuz
auf weißem Mantel - bestätigt Papst Innozenz IIl. mit der Auflage. der Orden möge nach der Regel der Johanniter und der Templer in Keuschheit, Armut und Gehorsam leben und er solle die Heiden bekämpfen. Der von Stauferkaisern mit Gütern in Unteritalien reich bedachte Orden fasst auch in Deutschland rasch Fuß und zeichnet sich durch straffe Organisation aus: Die einzelnen Nieder-
lassungen – "Kommenden" -, denen ein Komtur vorsteht, werden gebietsweise zu „Balleien“ zu-
sammengefasst, die dem „Deutschmeister“ unter-
stehen. Den Gesamtorden führt der „Hochmei-
ster“. 198 wird Heinrich Walpot als erster Hochmeister, 1216 der erste Deutschmeister erwähnt.


Erst als Sultan Saladin die Kreuzfahrerstaaten auf einen schmalen Küstensaum zurückdrängt (1187), wird ein Ritterorden gegründet

Sultan Saladin

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Heidenbekehrung

1230 ruft der Papst zum Kreuzzug gegen die Pruzzen auf. Er legt großes Gewicht auf diese Mission und stellt 1234 das Culmerland und Preußen unter seinen Schutz. Heidenbekehrung und Staatsgründung werden zur großen Aufgabe des Ordens. Im Frühjahr 1231 zieht ein deutsches Ritterheer unter Landmeister Hermann Balk vom Waffenplatz Vogelsang bei Nassau gegen die Pruzzen. Der Feldzug dauert, von schweren Niederlagen unterbrochen, bis zum Ende des 13. Jhs, erst 1290 stehen die Ritter an der Grenze zu Litauen. Mit dem Vordringen errichtet der Orden seine Stützpunkte: Der bekannteste, die ein-
drucksvolle Marienburg, dient von 1308 bis 1456 dem Hochmeister als Hauptsitz. Auf immer neuen Kreuzzügen erweitet der Orden sein Territorium, 1255 erobert er das Samland gründet Königsberg, benannt nach dem bedeutendsten Kreuzfahrer gen die Pruzzen, König Ottokar II. von Böhmen. Dan-
zig und Pomerellen stellen schließlich die Land-
verbindung zum Reich her. Mit der Errichtung der polnisch - litauischen Union tritt 1386 die Wende für den Deutschordenstaat ein. Dem übermäch-
tigen Gegner können die Ordensritter wenig entgegensetzen und da die Litauer zum Chri-
stentum übertreten, ist dem Orden die Existenz-
grundlage entzogen: Der Kampf gegen die Heiden ist endgültig vorbei.

Im 11. und 12. Jh. bewegt der Kreuzzugsgedanke das Abendland. Seit 1095 Papst Urban H. die europäische Christenheit aufgerufen hat, die heiligen Stätten und die dort lebenden Glaubensbrüder und - schwestern zu schützen, sind als Ergebnis des Ersten Kreuzzuges im Raum zwischen Antiochia und Jerusalem vier Kreuzfahrerstaaten entstanden.

Auf dem Weg ins HL. Land

Die Katastrophe bricht 1410 in der Schlacht von Tannenberg (polnisch: Grunwald) über die deutschen Ritter herein.
Die Schlacht von Tannenberg


Wird fortgesetzt.