|
TEIL
2
WILLKOMMEN
IM
ALTEN ROM !
EINE
REISE IN DIE VERGANGENHEIT
ZU
DEN CAESAREN,IMPERATOREN
TRIBUNEN,
CENTURIEN UND
LEGIONÄREN
!
Kleopatra
warnt Cäsar vor dessen Ermordung
Beraten
von Kleopatras genialem Astronomen Sosigenes, erläßt Caesar
eine Kalenderreform, die auf der uralten Jahreszählung der Ägypter
beruht (und die dann 1582 von Papst Gregor VIII. nur geringfügig verändert
wurde). Derart weitreichende Entscheidungen lassen die Römer jedoch
kalt, Caesars maßloses Gebaren, sein selbstsüchtiger Charakter
und sein autokratischer Führungsstil verschaffen ihm mehr und mehr
Feinde. Nur mit Mühe kann er in Rom Ruhe und Ordnung aufrechterhalten.
Der Historiker und Staatsphilosoph Polybios faßt die Stimmung mit
dem Satz zusammen: "Die Welt zu erobern ist das Eine. Sie auf Dauer zu
beherrschen und den Frieden zu erhalten, ist das Andere.
Unter der Führung
von Brutus verschwören sich rund 60 Römer, planen ein Attentat
auf Caesar, und an den Iden des März, am 15.3.44 v.Chr., ermorden
sie ihn im Senat. Getreu ihrem Schwur stechen sie mit ihren Dolchen alle
gemeinsam zu; so heftig stürmen die Mörder auf Caesar ein, dass
sie sich gegenseitig verletzen. Nichts hält nun Kleopatra weiter in
Rom. Nach zweijährigem Aufenthalt kehrt sie gedemütigt, ohne
Macht und Einfluß, nach Alexandria zurück. Im heimatlichen Ägypten
läßt sie ihren Sohn Caesarion unter den Beinamen Philopator
Philometor (der Vater- und Mutterliebende) als Mitregenten krönen
und befiehlt, eine Flotte zu bauen.
Kleopatras
Abreise aus Rom.(Bild oben).
Kleopatra
lässt ihre Flotte bauen.
Marcus
Antonius wird Herrscher Roms in den Ostgebieten des Reiches
In
Rom hat inzwischen Marcus Antonius, der ehemalige Vertraute von Caesar,
im Senat die Initiative ergriffen, den drohenden Bürgerkrieg verhindert
und die Pläne der Caesarenmörder sämtlich durchkreuzt. Seinem
Ziel, Nachfolger des genialen Römers zu werden, ist er ein großes
Stück nähergekommen. Antonius wird Herrscher Roms in den Ostgebieten
des Reiches, in Griechenland und Kleinasien, wo er mit großem Jubel
aufgenommen wird. In Tarsus an der türkischen Südküste trifft
er im Sommer des Jahres 41 auf Kleopatra. Die schöne Ägypterin
empfängt ihn auf ihrem Schiff mit allen Ehren und einem Luxus, der
den weltgewandten Antonius sprachlos macht.
Marcus
Antonius feiert einen Sieg nach dem anderen.
Einzug
in Kleinasien, wo er mit großem Jubel aufgenommen wird.
Kleopatra
empfängt Marcus Antonius auf ihrem Prunkschiff
42
Jahre ist Antonius alt und auf dem Höhepunkt seiner Macht, aber genau
wie Caesar erliegt er sofort den Reizen Kleopatras. Der Geschichtsschreiber
Appian von Alexandria notiert: "So schnell war aus Antonius ein anderer
geworden, und diese Leidenschaft war für ihn Anfang und Ende der späteren
Unglücksfälle." Zuerst einmal aber macht Antonius das, was Shakespeare
ihm in den Mund legen wird: "Im Orient läßt sich gut ruhen."
Vor allem in Kleopatras Palast von Alexandria.
Im
Orient läßt sich gut ruhen.
Vor
allem in Kleopatras Palast von Alexandria.
In
Rom, dem Zentrum der damaligen Welt, fädelt indes Octavian geschickt
seine Fäden in das Nadelöhr der Macht ein. Antonius bemerkt erst
spät, was geschieht, und kann das Schwinden seines Einflusses nur
dadurch aufhalten, dass er Octavia, die Schwester seines Gegenspielers
Octavian, heiratet. Während in Rom gegen Ende des Jahres 40 v.Chr.
die Hochzeit stattfindet, kommt in Alexandria Kleopatra mit einem Sohn
und einer Tochter nieder, Alexander Helios und Kleopatra Selene.
Eine Zeitlang
hat es den Anschein, als würde Antonius seine Liebschaft vergessen
und in Treue zu seiner Frau stehen, dann aber sinkt er Kleopatra wieder
in die Arme. Als die Parther in den Osten seines Hoheitsgebiets vorstoßen,
zieht ihnen Antonius mit seinem Heer entgegen. Doch dem erfolgsgewohnten
Antonius unterlaufen schwere Fehler, knapp nur entgeht er mit seinen Truppen
einer Katastrophe. Daheim lasten die Römer das Debakel seiner neuentfachten
Leidenschaft für Kleopatra an. Es heißt, er habe sich nicht
von der schönen Alexandrinerin trennen können und sei zu spät
losgezogen.
Marcus
Antonius kämpft mit Kleopatras Flotte und mit nur zwei Legionen
gegen die Übermacht
Octavians, doch er muss sich geschlagen geben.
Während
Antonius also im Osten eine schmähliche Niederlage hinnehmen muß,
feiert sein Widersacher Octavian im Westen militärische Triumphe.
Derart gestärkt, fordert er Antonius auf, zu Octavia zurückzukehren,
doch der Römer bleibt bei seiner Geliebten in Ägypten. Mit einer
ganzen Reihe weiterer unkluger Maßnahmen stößt Antonius
die Mächtigen der Welt vor den Kopf - so bestätigt er beispielsweise
als Römer das Mitregentenrecht von Caesarion -, nach und nach laufen
seine Anhänger ins Lager des Octavian über. In Rom hat sein Ansehen
mittlerweile den Tiefpunkt erreicht. Octavian bemächtigt sich mit
Gewalt des Testamentes von Antonius, das bei den Vestalinnen im römischen
Tempel hinterlegt ist, und veröffentlicht es. Darin macht Antonius
seinen Kindern aus der Verbindung mit Kleopatra riesige Landschenkungen
aus dem Imperium Romanum und verfügt, dass er nach seinem Tod in Alexandria
an der Seite von Kleopatra beigesetzt werden möchte - die Römer
schäumen vor Wut.
Octavian
hat nun Rückendeckung und kann mit Unterstützung des Senats und
der Bevölkerung militärisch gegen Antonius vorgehen. Der fühlt
sich indes erstaunlich sicher, denn als Herodos ihm ein starkes Truppenkontingent
anbietet, lehnt er ab. Unter dem Befehl des fähigen Seeoffiziers Agrippa
nimmt Octavians Flotte Kurs auf Ägypten. Antonius bleibt weiter unglaublich
leitsinnig, nichts von seinem militätischen Genie scheint geblieben.
Sein Biograph H.Bengtson schreibt: "Von einer Aufklärung auf seiten
des Antonius war nicht die Rede, vielmehr wurde der Gegner erst bemerkt,
als seine Flotte den Kanal von Korfu mit Kurs nach Süden durchfahren
hatte und dem Antonius berichtet wurde, Octavian habe sich in den Besitz
von Toryne gesetzt." Auch Kleopatra verkennt die Lage und sorgt sich nicht
vor den heranrückenden Römern. Die Einnahme von Toryne (griech:
Quirl), kommentiert sie mit den Worten:
"Was ist es denn
eben für ein Unglück, wenn Octavian auf einem Quirl hockt." Bei
Actium, vor Nordwestgriechenland, treffen die Kontrahenten mit ihren Schiffen
aufeinander; am 2.9.31 wird Antonius' Flotte vernichtend geschlagen.
Octavians
Flotte war ihm überlegen, so dass Antonius eine
schmähliche
Niederlage hinnehmen muss.
Als
Kleopatra die Ausweglosigkeit der Lage bemerkt, entschließt sie sich,
ihre bisher noch nicht in den Kampf geratenen Galeeren aus dem Gefecht
zu nehmen und dreht gen Süden ab.
Cleopatra
dreht ab und lässt Marcus Antonius und alle, die mit ihm kämpften,
schmählich
im Stich.
Octavians
triumphaler Einmarsch in Alexandria.
Plutarch
schreibt über die Reaktion des Antonius: "Kaum sah er das Schiff der
Kleopatra absegeln, als er alles vergaß und selbst diejenigen, welche
für ihn stritten und starben, verriet und im Stich ließ." Freunde
wie Feinde wollten nicht glauben, was Antonius getan hatte! Ein knappes
Jahr später, am 1.8.30 v.Chr. wird auch das ägyptisch-römische
Landheer aufgerieben. Der gebrochene Antonius stürzt sich in sein
Schwert und wird sterbend zu Kleopatra gebracht.
Marcus
Antonius begeht Selbstmord und erdolcht sich.
Kleopatra
setzt sich, nach zwölftägiger Gefangenschaft in der Hand der
Römer, angeblich eine Giftschlange an den Busen und stirbt wenig später.
|