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WILLKOMMEN
IM
ALTEN ROM !
EINE
REISE IN DIE VERGANGENHEIT
ZU
DEN CAESAREN,IMPERATOREN
TRIBUNEN,
CENTURIEN UND
LEGIONÄREN
!
Cäsar
und Cleopatra - Die schöne Herrscherin am Nil !
Kleopatra,
"die durch den Vater Berühmte", ist 18 Jahre alt, als sie mit ihrem
jüngeren Bruder 51 v.Chr. die Herrschaft übernimmt und sich den
Beinamen Philopator (Die den Vater Liebende) gibt. Schon zwei Jahre später
treibt ihr machtlüsterner Bruder gemeinsam mit seinen Beratern sie
aus Alexandria heraus, und läßt auch seinen römischen Vormund
Pompejus bei der Landung im Delta ermorden. Das ruft Caesar mit seinen
Legionären auf den Plan, und bei den Scharmützeln kommt der ptolemäische
König ums Leben.
Kleopatras
Ankunft in Rom. Bild unten.

Kleopatra,
nicht minder machtversessen als ihr Bruder, sieht eine Chance, die Herrschaft
an sich zu reißen. Plutarch berichtet von dem ersten Annäherungsversuch
der schönen Ägypterin an den römischen Feldherrn:
"Da sie kein
anderes Mittel wußte, unentdeckt hineinzukommen, legte sie sich in
einen Teppich, welchen Apollodoron mit Riemen zuschnürte und durch
die Tür zu Caesar trug. Durch diese List, die einen kühnen Geist
verriet, wurde Caesar, wie man sagt, zuerst für sie eingenommen."
Man mag gerne
glauben, dass der Römer von der mutigen Kleopatra angetan ist, als
er sie aus dem Teppich rollt. Sie kennt die Schwächen Caesars und
unterschätzt ihre Wirkung auf die Männer nicht. Der 30 Jahre
ältere Römer gilt als sinnlich und leidenschaftlich, und von
Kleopatra weiß Cassius Dio zu berichten, dass "sie sehr schön
war und in der Blüte ihres Lebens stand. Der Laut ihrer Stimme war
äußerst lieblich und mußte jeden durch seinen Reiz bezaubern.
Ihr Anblick und ihre Rede erweckten einen so tiefen Eindruck, dass sie
den kältesten Mann und ärgsten Weiberfeind in ihre Netze zog."

Und
dass Caesar in sexueller Hinsicht nichts anbrennen ließ, verrieten
den Römern schon seine Legionäre: Als junger Mann hatte Caesar
Nikomedes, dem König von Bythinien, in der heutigen Nordtürkei,
als Lustknabe gedient. Als er 46 v.Chr. mit seiner siegreichen Armee in
Rom einzog, mußte er sich, wie bei solchen Triumphen üblich,
als Heerführer von seinen Mannen verspotten lassen. Also skandierte
die erste Marschkolonne: "Caesar seht ihr triumphieren, der die Gallier
unterwarf, Nikomedes triumphiert nicht, der den Caesar unterwarf." Dass
der große Feldherr aber auch weibliche Reize nicht verschmähte,
verkündete die nächste Kohorte den kichernden Römern: "Bürger,
hütet eure Frauen, denn ein geiler Glatzkopf kommt."

Kleopatra
benötigte eine Nacht, um Caesar von der Legitimität ihrer Ansprüche
zu überzeugen, dabei dürften ihre Argumente - wie ihr Biograph
schreibt - wohl nicht nur rein staatsrechtlicher Natur gewesen sein. Für
beide jedoch gilt es erst einmal, fest im Sattel der Macht zu sitzen. Die
Alexandriner erkennen, dass Caesar Ägypten zu einer römischen
Provinz machen will, und proben den Aufstand. Unter dem Kommando des Achillas
ziehen 20. 000 Kämpfer in die Stadt ein und bedrohen Caesars 4000
Legionäre. Doch der Römer, Sieger über so geniale Strategen
wie Ariovist und Vercingetorix, läßt sich von den ägyptischen
Truppen nicht die Butter vom Brot nehmen. Da er ganz Alexandria nicht halten
kann, zieht er sich in den Palastbezirk zurück und verschanzt sich
dort mit seinen Männern. Trotz ausgeklügelter Taktiken der heimischen
Truppen - der Ägypter Ganymedes läßt die Nilkanäle,
die das Hofareal mit Wasser versorgen, zumauern und leitet große
Mengen an Seewasser in den Bezirk - bekommt Caesar die kritische Lage in
den Griff, und Alexandria geht in Flammen auf. Dabei verbrennen die 700
000 Schriftrollen der weltgrößten Bibliothek, des Museion.

Noch
bevor vollends Ruhe eingekehrt ist, unternimmt Caesar mit Kleopatra eine
zweimonatige Reise nilaufwärts auf der Thalamegos, einem der Prachtschiffe
der Ptolemäer. Kleopatra ist bereits schwanger, und die Nilreise hat
einzig und allein den Zweck, der ägyptischen Bevölkerung die
neuen Machtverhältnisse im Land zu demonstrieren. Als Caesar nach
neun Monaten Ägypten verläßt, hat er alles wohl geordnet,
Kleopatra regiert unter dem Schutz der römischen Legionäre.

Am
23.7.47 v.Chr. wird Kleopatra von einem Jungen entbunden, dem sie den Namen
Ptolemäus Caesar gibt. Die Alexandriner nennen ihn spöttisch
Caesarion, kleiner Caesar; beileibe kein freundlicher Kosename. Caesar
hat inzwischen in Rom, das von bürgerkriegsähnlichen Aufständen
heimgesucht wird, reinen Tisch gemacht und hält die Macht fest in
den Händen. Kaum dass Ruhe eingekehrt ist, holt er Kleopatra und seinen
Sohn im Herbst des Jahres 46 in die Hauptstadt des Imperium Romanum. Im
Gefolge der schönen Ägypterin befinden sich über 200 Höflinge.
Die Römer sind über die öffentliche Darstellung von Caesars
Liebschaft empört, und Cassius Dio faßt die Stimmung jener Tage
zusammen: "Härtesten Tadel aber fand Caesar allgemein wegen seines
Liebesverhältnisses zu Kleopatra, nicht soweit es noch in Ägypten
- davon wußte man ja nur vom Hörensagen -, sondern unmittelbar
in Rom spielte." Und Cicero schreibt in einem Brief an seinen Freund Atticus:
"Die Königin hasse ich. Und nun gar der Hochmut, als sie in den Gärten
jenseits des Tiber residierte. Davon kann ich nur mit größter
Erbitterung reden. Mit denen will ich also nichts mehr zu tun haben." Solche
starken Worte hatte Kleopatra selbst herausgefordert; ihr selbstbewußtes
Gebaren ist der römischen Öffentlichkeit ein Dorn im Auge. Und
ganz ohne Zweifel hat sie den Haß der römischen Oberschicht
auf Caesar, der in einem Attentat münden sollte, mehr als beflügelt.
 
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