Darin
besteht der Friede: dass sich die Völker gegenseitig beschützen, lieben achten und respektieren!
Lehrjahre
sind natürlich keine Herrenjahre, das war auch mir bekannt. Während
ich als Stift in der Backstube den Ofen aushuddeln mußte, feierte
im fernen Persien mal wieder der Pfauen - Thron- Besitzer eine prunkvolle
Hochzeit mit Farah Diba. - Aber noch mehr beneidete ich Fidel Castro:
Er hatte es geschafft, was mir versagt blieb: Er übernahm Kuba. Ich
brachte es noch nicht einmal dazu, die Tochter meines Lehrherrn zu "übernehmen".
*BG* Während meiner Lehrzeit als Bäcker und Konditor, schluckte
ich bittere Pillen - im Gegensatz zu den hübschen Mädchen:
Unter dem Namen "ENOVID" kam nämlich in Amerika die erste Anti - Baby
- Pille auf den Markt: Freiheit für die Liebe, verhaftet die Moral
der Erz - Moralisten...
Vielleicht
war es Zufall - ich weiß es nicht zu sagen, daß gerade in jenem
Augenblick, als der sowjetische Ministerpräsident Chruschtschow vor
den UN-Delegierten in New - York mit seinem Schuh aufs Pult hieb
und laut aus schrie: "Njet!", ich auch meinem Lehrherrn ein kräftiges
"Njet!" entgegenschleuderte, weil mir seine Sklavenarbeit zu viel geworden
war. (Von morgens 02.00 Uhr bis nachmittags 16.00 Uhr war auch
damals schon nicht erlaubt). *ausgenutzt vorgekommen sei*. Nun ja, ich hab's
überlebt. Nicht aber der damals in aller Welt seht beliebte amerikanische
Präsident Kennedy :-( Kurz nach meiner
Lehrzeit begab ich mich erst mal als sogenannter Globetrotter durch die
Welt, denn wenn erst einmal die Macht der Liebe von mir Besitz ergreifen
würde, hatte ich dazu keine Gelegenheit mehr.
Und so schlug ich mich als Smutje auf einem schwedischen Schiff bis nach Neuseeland
durch, wo ich eine Brieffreundin hatte - und mir in Auckland der Kapitän
mitteilte, daß die Reederei bankrott sei. Der Tragweite dieser
Mitteilung war ich mir erst bewußt geworden, als ich mitsamt meinen
wenigen Habseligkeiten von Bord gejagt wurde und nun versuchen mußte,
mit einem anderen Schiff nach Hause zu kommen. Viel Glück hatte ich
nicht, aber wenigstens durfte ich als Heizer mit einem deutschen Schiff
bis nach Bombay mitfahren um mich von dort nach Deutschland per Anhalter
durchzu- schlagen. - Ein Abenteuer, welches man sich in der heutigen Zeit
nicht mehr erlauben dürfte. Naja, wenigstens kam alle drei Tage mal
eine Rappellkiste angefahren. Aber wenn mal eine hielt, dann wurde man
schon eine riesengroße Strecke mitgenommen. So gelangte ich über
Pakistan, Afghanistan, Persien, die Türkei, Griechenland, Jugoslawien
und Österreich wieder nach Deutschland, wo mir 1964 tatsächlich
die Liebe und das Glück begegneten.
Der
eine sucht es, der andere glaubt nicht dran, der eine hat es, der andere
hat es nicht, aber alle sehnen sich, streben nach dem Glück.
Und so erging es auch mir. Doch mußte ich mich, um es mit Sebastian
Chamforts Worten zu sagen, gleich an zwei Dinge gewöhnen, um das Leben
erträglicher zu finden: Erstens an schlechtes Wetter und zweitens
an die Ungerechtigkeit der Menschen:
Wollte
mir doch der Erzeuger meiner zukünftigen Frau und damaligen Braut,
doch glatt sein Töchterchen verweigern...Nun ja, verdenken konnte
ich es ihm einerseits nicht, denn ich sah eher aus wie Robinson Crusoe
denn einem ange- nehmen Schwiegersohn. "Wenn du auch nur ein Jahr mit
diesem "Hader- lumpen" verheiratet bist", so seine damaligen Worte zu seiner "Prinzessin", "bekommst
du von mir ein Schlafzimmer geschenkt!" (Nun, mittlerweile hätte ich
schon den größten Möbelladen in Deutschland, gemessen an
den uns inzwischen schon zustehenden Schlafzimmern.
Also
wie man sich doch irren kann...im wahrsten Sinne des Wortes! So
nach und nach - ich hatte auf Grund meiner Abenteuerlust den Job eines
Fernfahrers angenommen, trudelten in Abständen vier Kinderlein
ein *seufz*, die mir fast die Haare vom Kopf gefressen hatten. Zum Glück
habe ich sie mit Mühe und Not über die Runden gebracht und großgezogen.
Vielmehr meine Frau, denn ich war ja selten anwesend.
Im
Jahre 1972 warf mich ein böser Arbeitsunfall aus dem Berufsleben.
Es hat Jahre gedauert, bis ich wieder zu dem wurde, was ich heute bin:
ein lebensfro- her, lustiger humorvoller Mensch. Seit meinem Unfall war ich
es leid immer unrasiert und fern der Heimat durch die Lande zu fahren mit
dem LKW und so wechselte ich über zum Reisebusfahrer. Von nun an ging's
wieder bergauf. Ich war wieder in meinem Element, denn ich konnte beweisen,
was ein Fahrer so alles drauf hatte - insbesondere meinen amerikanischen
und kanadischen Freunden gegenüber die der Meinung waren, Europa sei
so klein, wie San Marino, daß man es in drei Tagen sehen konnte. Ich möchte an dieser Stelle erst gar nicht erwähnen, wie
ich meine Reisegruppen durch Europa gedonnert hatte. , aber sie attestierten
mir tatsächlich und zu meiner eigenen Verwunderung in vielen Dankschreiben,
daß ich ein exzellenter Driver war - wie immer sie es auch gemeint hatten?
Im
Jahre 1995 - also fast schon an der Schwelle zum dritten Jahrtausend, bekam
ich meinen ersten PC, den ich bis dato nur vom Namen her kannte. Ein schlaues
Kerlchen dachte ich mir. Das weiß wenigstens alles! Daß es
aber ein strohdummer Kasten ist, der überhaupt nichts weiß und
der mir nur das ausspuckt, was ich ihm eingebe, merkte ich erst später...Und
noch vieles mehr nämlich, daß solch ein Kasten - insbesondere bei einem Internetan- schluß, auch Ehen vernichten
und ein friedliches Miteinander welches man die ganzen Jahre hatte, völlig
zerstören kann. Vor Allem in den berüchtigten Chatrooms und Dating-Webseiten. Seid also vorsichtig mit allzuschnellen Zusagen und Treffen, das gilt insbesondere für das weibliche Geschlecht, denn das ist in den meisten Fällen gefährdet durch leere Versprechungen und Ausnutzung durch die männlichen Spezies, die es meist nur auf das Geld abgesehen haben.