Also,
das ist "MGB", oder besser gesagt, so sah ich mal vor ein "paar Jährchen" aus.
      
  
      
Heute ist MGB natürlich, "etwas" älter und auch "etwas" größer...Um genauer zu sein:
ich bin 60 Jahre alt. An meine Kindheit kann ich mich zwar noch sehr gut
zurück erinnern aber eben nur fast, denn viel zu lachen gab es nicht,
weil alles in Schutt und Asche lag und ich
außerdem viel Hunger leiden mußte: Ich hatte schnell gelernt,
wie man mit ganz wenig lange Zeit auskommt und daß man nicht ständig
etwas neues zum Anziehen bekommen konnte. Dazu war der Geldbeutel meiner
Eltern zu schmal. Um so mehr, als ich noch 7 Geschwister hatte die ebenfalls
versorgt werden mussten. Diese "liebliche Kindheit" zog sich ungefähr
bis zum Jahre 1952 und ich war schon glücklich, wenn es sonntags als
"Festessen" ein paar Bratkartoffeln mit Salat und dazu ein Stückchen
"Blunz" gab... ("Blunz" ist für den Außenstehenden, der so etwas
nicht kennt, der Ausdruck für reine Blutwurst - ohne irgend ein Griebchen).
Ansonsten bestand mein Essen fast täglich aus Gersten-oder Graupensuppe. Und
hatte Montags der Metzger geschlachtet, tja, da war mal wieder ein "Festessen"
angesagt: Wurstbrühe mit Nudeln wobei unser Fleischer nicht mal eine
Lupe benötigt hatte, um auch noch den letzten Fleischbrocken aus der
Brühe zu entfernen - also weit und breit kein Bröckchen zu sehen
       
Mit
1950 begann ein Jahrzehnt schwerer Bedrängnisse und kühner Hoffnungen:
Nicht nur, daß im Sommer diesen Jahres der Korea - Krieg ausgebrochen
war, der die Vereinigten Staaten von Amerika mit einem neuen, beängstigenden
Gegner konfrontieren sollte - nein - es trat auch eine "bittere Wende"
im Leben von "MGB" ein: Er wurde nämlich eingeschult und er mußte
sich von nun an mit einem "Gegner" auseinandersetzen, der ihm an Wissen
und Lebenserfahrung selbstverständlich weit voraus war: Sein Schullehrer:
Aber: ich brachte zu Anfang immer "gute Noten" mit nach Hause,
so daß mein Vater ganz stolz auf mich gewesen war und mich immer
reichlich belohnt hatte für jeden Sechser im Zeugnis... (Dazu muß
man wissen, daß zu den Schulzeiten meines Vaters die Sechs die beste
Note gewesen war, welche allerdings nach dem Krieg umgewandelt wurde in
die Schlechteste - Aber das wußte er zu diesem Zeitpunkt gottseidank
noch nicht. 
       
Später
setzte es dann kräftig Hiebe, und all die schönen, guten Talerchen,
die er mir für jede Sechs gegeben hatte, mußte ich bitter und
hart arbeitend wieder an ihn zurückzahlen. *traurig gewesen sei*
- Also wie gesagt: Die Trümmer des Krieges waren weggeräumt,
aber die Erinnerung an die Hungerjahre blieben und bleiben in "MGB" lebendig...
Hatte ich nun gehofft, daß ich von Trümmern, Schutt und
Asche nichts mehr zu sehen bekäme, so wurde ich 1954 eines Besseren
belehrt:
       
Also,
nicht daß ich nun in die Steinbrüche von Simbabwe oder in die
Goldmienen nach Südafrika "verbannt" wurde, nein - auf grund meiner
ständig ansteigend "guten Noten", entschloß sich der Herr
Papa, daß sein Früchtchen in ein Internat sollte. (Schönes
"Internat" - ein Kloster war's gewesen, geleitet von Franziskaner-Schwestern.
Und da dieses Kloster ebenfalls noch z.T. in Schutt und Asche gelegen hatte
hieß es in die Hände spucken und Steine entmörteln
- für den Wiederaufbau des zerbombten Klosters. Also doch "Schwerstarbeit
im Steinbruch"...lediglich unterbrochen vom täglichen Halleluja-Gesang
der ehrwürdigen Schwestern, der von der Kapelle rüber drang.
       
Halleluja,
Halleluja, Halleeeluuujaaaaaaa....
       
Bleiben
wir noch etwas in den 50iger Jahren, den sogenannten "Goldenen Fünfzigern".
Ja, sicher, "gülden" waren sie schon - die "Fünfziger Jahre".
Doch gab es nicht nur freudige Anlässe, wie etwa die Krönung
von Prinzessin Elisabeth zur Königin von England oder die Märchenhochzeit
von Grace Kelly mit Fürst Rainier III. in Monaco, sondern auch sehr
traurige: Ich war gerade mal 12 Jahre alt, als das Idol Millionen Jugendlicher
- James Dean in seinem Porsche tödlich verunglückte.
Am 26. Juli 1956 sank der Ozeanriese "Andrea Doria" 100 Seemeilen vor
New York. Bilanz: 47 Tote...Genau am 23. September 1957 ging der Viermaster,
das Segelschul - Schiff "Pamir" im Atlantik unter. 80 Deutsche ertranken...
Horrormeldungen über Horrormeldungen...
       
Aber auch Erfreuliches gab es zu berichten: Dr. med. Werner Forssmann erhält
am 26. Oktober 1956 den Nobelpreis. Sein gewagtes Experiment, sich
einen biegsamen Schlauch durch eine Ader vom Ellenbogen bis zum Herz zu
schieben bedeutet Hilfe für Millionen...Für schlappe Herzen hat
der US - Professor William Chardack den Herzschrittmacher erfunden.
       
Überschlagen wir einige Jährchen, in welchen "MGB" des Lesens , Schreibens und Rechnens
kundig wurde, welches ihm die lieben Nonnen quasi mit dem bekannten "Nürnberger
Trichter" eingetrichtert hatten, und wenden wir uns dem Jahre 1958 zu.
- Ein ereignisvolles Jahr - in jeglicher Hinsicht: Nicht nur, daß
der Schah von Persien seine Gattin Soraya aus
dem Palast gefeuert hatte - nein, auch "MGB" wurde entlassen - natürlich
nicht aus einem Palast, sondern aus dem Kloster Am liebsten hätte
ich geheult - vor Freude natürlich. , aber das taten andere für ihn
und zwar in Bremerhaven, wo Mädchen schreiend im Chor Polizeiabsperrungen
durchbrachen - und das alles wegen eines US-Rekruten, der seinen Wehrdienst
in Deutschland ableisten mußte und nach Friedberg / Hessen versetzt
wurde. Sein Name?
    
     
 
Elvis Presley
       
Dass,
(dies am Rande noch bemerkt), das amerikanische Atom -U- Boot "Nautilus"
als erstes Schiff den Nordpol unter dem Eis passierte, interessierte mich
als damals pubertären 15-Jährigen weniger. Viel interessanter
war für mich die "Einführung" - ich meine natürlich
die Einführung des Hula - Hoop - Reifens zum Freizeitvergnügen.
Ein Riesenspaß war das, den jungen hübschen Mädchen zuzusehen,
wie sie ihre Hüften wiegten und im gleichmäßigen Rhythmus
- welchen ich mir intensiv einprägte - den Reifen kreisen ließen...
       
 
      
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