Das Ernst Maruschka - Märchen

Aber was soll's! Die Filme waren so schön, wir waren alle verliebt in Kaiser Franz oder Sissi, haben mitgeliebt und mitgeweint. Hätten die Filme den Tatsachen entsprochen wären wir heute um eine herrliche Jugenderinnerung ärmer.

Magda Schneider als Herzogin Ludowiga             Sissis Film-Eltern            Gustav Knuth als Herzog Max in Bayern
Magda Schneider                                                   Gustav Knuth
Sissi: Erster Teil

Kaiser Franz, die junge Sissi und im Hintergrund der etwas schusselige Oberst Böckel in Bad Ischl
Prinzessin Elisabeth, genannt Sissi, ist zusammen mit ihrer Mutter, Herzogin Ludovika und ihrer Schwester Helene aus dem bayerischen Possenhofen nach Bad Ischl unterwegs. Hier soll Helene, genannt Néné, den jungen Kaiser Franz Joseph wiedersehen und daraufhin heiraten. Sissi hat keine Ahnung von diesen Abmachungen und begegnet zufällig beim Angeln dem 24jährigen Kaiser. Dieser verliebt sich seinerseits in die schöne Unbekannte. In Bad Ischl angekommen, erfährt Sissi die Umstände des vermeintlichen Ausflugs: Ihre Schwester soll den Kaiser heiraten. Doch zur allgemeinen Überraschung verlobt sich dieser mit Sissi. Dessen Mutter Erzherogin Sophie ist von der Braut ihres Sohnes wenig angetan. Sie muss den bayerischen Wildfang in eine künftige Kaiserin von Österreich umwandeln. Endlich gibt sie ihre Zustimmung. Sissi macht eine triumphale Schiffsreise nach Wien und schließt im Stephansdom in einer Traumhochzeit mit Franz Joseph den Bund fürs Leben.
Romy Schneiders Statement:
"Die Leute verwechseln mich ja jetzt schon mit Sissi!"
Der "Sissi"- Film machte aus der beliebten Jungschauspielerin
Romy Schneider über Nacht einen gefeierten Star. Sie wurde weltweit zum Idol einer ganzen Generation. Vor allem pubertierende Mädchen himmelten ihre "Sissi" an. Trotzdem - oder ge-
rade deswegen - lehnte die damals Siebzehnjährige eine Fortsetzung der Liebesgeschichte zu -
nächst kategorisch ab. "Die Leute verwechseln mich ja jetzt schon mit Sissi", beklagte sie sich bei Regisseur Marischka. Dem Produzententeam gelang es letztlich aber doch, Romy von einer Fortsetzung zu überzeugen. Unter der Bedingung, in "Robinson soll nicht sterben" - ihrem Lieblingsstoff - mit Horst Buchholz vor der Kamera stehen zu dürfen, stimmte sie dem zweiten Teil von "Sissi"- zu. Millionen begeisterter Zuschauer freuten sich über "Sissi, die junge Kaiserin". Der Film ließ Kinokassen klingeln und machte Romy Schneider zu "Deutschlands beliebtester und teuerster Filmschauspielerin."


Kaiser Franz die junge Sissi auf der Alm

Sissi spielt dem Kaiser auf der Zither vor

Sissi im Liebesglück

Kaiser Franz lässt 'Nene' (links) stehen und entscheidet sich für Sissi

Auseinandersetzung mit Erzherzogin Sophie: Aber ich will ja gar keine Kaiserin werden! Und übrigens: meine Zähne sind weiß!
Sissi die junge Kaiserin: Zweiter Teil

Du kannst doch nicht diesen jungen 'Fratz' heiraten, wetterte die Mutter des Kaisers. Er heiratete die dennoch.

Alles Wettern von Erzherzogin Sophie half nichts: Sissi wurde Kaiserin von Österreich.
Sissi erhält vom Hofarzt die Nachricht, dass sie schwanger ist. Schließlich wird ihre Tochter So-
phie geboren. Doch ihre Schwiegermutter, Erzherzogin Sophie, findet, dass die neue Prinzessin nicht von dem Wildfang aus Bayern, sondern von ihr selbst erzogen werden soll. Kurzerhand nimmt sie Sissi ihr Kind fort. Ihr Mann Kaiser Franz Joseph schlägt sich auf die Seite seiner Mutter. Die junge Kaiserin flüchtet daraufhin in ihre Heimat nach Possenhofen. Gleichzeitig steuert Österreich auf einen Krieg mit Ungarn zu. Besonders Graf Gyula Andrássy, ein ehrgei-
ziger Politiker, möchte eine Konfrontation. Sissi muss vermitteln. Dabei verliebt sie sich in das Land und die Menschen Ungarns, und es kommt zu einer Annäherung. Am Ende des Films wer-
den Sissi und Franz Joseph zur Königin und zum König von Ungarn gekrönt.

König-und Königinkrönung in Ungarn

Franz und Sissi sind König und Königin von Ungarn
Nach dem grossen Erfolg des zweiten Teils: Schnell wurde ein dritter Teil geplant, gegen den sich die mittlerweile selbstbewusste Hauptdarstellerin jedoch mit aller Kraft zur Wehr setzte: "Nicht, dass ich die Sissi-Serie bedaure, ich verdanke den Filmen sehr viel, aber wenn man zwei- oder drei Mal die gleiche Rolle spielt, wird sie zu einem Zwangskorsett", erklärte sie in einem späteren Interview. Doch wieder ließ sich Romy Schneider umstimmen und stand 1957 für die Dreharbeiten von "Sissi, Schicksalsjahre einer Kaiserin" vor der Kamera, bevor sie sich für lange Zeit von der Film-Kaiserin verabschiedete.
Dritter Teil: Sissi, Schicksalsjahre einer Kaiserin.

Franz und Sissi in der Königsloge in der Mailänder Oper
Sissi lebt zurückgezogen vom Wiener Hofzeremoniell in Gödöllo, Ungarn. Hier wird ihr bald darauf eine Romanze mit Graf Andrássy nachgesagt. Und tatsächlich verbringt sie mehr Zeit mit dem Staatsmann als mit ihrem Ehemann, Franz Joseph. Bald darauf diagnostiziert Dr. Seeburger, Sissis Leibarzt, ein schweres Lungenleiden. Auf Madeira und Korfu soll sie sich erholen.

Sissi auf Korfu in ihrem Schloss, dem Achillion.
Diese erneute Trennung lässt unter der österreichisch-ungarischen Bevölkerung den Eindruck erwecken, dass Sissi und Franz Joseph sich scheiden lassen wollen. Diese Befürchtungen zerstreuen sich, als Sissi auch dank der Hilfe ihrer Mutter wieder völlig gesund wird. Das Kaiserpaar reist nach Italien, wo es in der Mailänder Scala zu einer Provokation kommt, da die Aristokraten Mailands ihre Dienstboten in feine Kleider gesteckt und anstatt ihrer selbst ins Theater geschickt haben. In Venedig soll das Kaiserpaar schließlich den Menschen seine Anteilnahme bekunden, aber auch hier sind die Italiener wenig erfreut über den Besuch von Sissi und Franz Joseph. Es herrscht Stille und abgrundtiefe Abneigung. Schließlich kommt es zur Abschlussszene, die von der österreichisch-ungarischen Kaiserhymne als Hintergrundmusik begleitet wird: Auf dem Marcusplatz läuft Sissis kleine Tochter auf sie zu und umarmt sie stürmisch. Das italienische Volk stimmt "Viva la Mamma"- Rufe an.

Sissi auf Korfu in ihrem Schloss, dem Achillion.

Sissi auf Korfu in ihrem Schloss, dem Achillion. Hier auf der Terrasse
Das Finale der Trilogie, gedreht sowohl in Italien als auch Österreich, sollte von einem vierten Film gefolgt werden, der jedoch nicht mehr zustande kam. Ernst Marischka plante ein Eifer -
suchtsszenario zwischen Sissi und der französischen Kaiserin Eugènie. Die Verfilmung scheiterte am Widerstand Romy Schneiders, die sich weigerte, noch länger die Sissi zu spielen. Als ihr Regisseur Ernst Marischka das Drehbuch für einen vierten "Sissi"- Film vorlegte, lehnte sie ab und blieb auch dann noch hartnäckig, als er ihr die unglaubliche Gage von einer Millionen Mark anbot. Mit dieser Entscheidung ging die damals 20-Jährige in die Geschichte des Films ein. Erst 1972 - als international anerkannte, preisgekrönte Schauspielerin - verkörperte Romy Schneider ein letztes Mal die Rolle, die ihr Leben so entscheidend verändert hatte: In "Ludwig II" - unter der Regie Luchino Viscontis - stand sie als gereifte österreichische Kaiserin neben Helmut Berger vor der Kamera.

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